POL-OG: Mittelbaden – Sicherer Schulanfang

09.09.2016 – 07:00

Mittelbaden (ots) - Nach sechs sonnenverwöhnten Wochen neigen sich die Ferien dem Ende zu. Kommunen, Schulen und Polizei sind auch in diesem Jahr wieder bemüht, den jüngsten Verkehrsteilnehmern und ihren Eltern zum Schulbeginn mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Besondere Sorge bereitet hierbei nicht etwa die Altersgruppe der ABC-Schützen; ein genauer Blick in die Statistik zeigt, dass insbesondere die 10- bis 17-Jährigen einem besonderen, oftmals selbstverschuldeten Risiko auf unseren Straßen ausgesetzt sind.

Zahlen und Ursachen

Nach zuletzt rückläufigen Unfallzahlen im Jahr 2014 musste im vergangenen Jahr ein deutlicher Anstieg im Bereich der Schulwegunfälle registriert werden. Die Statistik auf den Straßen zwischen Ettenheim und Au am Rhein weist somit einen Anstieg der Fallzahlen von 72 auf nunmehr 108 Unfälle auf. Unglücke, bei denen Schüler (bis zum 17. Lebensjahr) auf dem Weg von oder zur Schule im Straßenverkehr verletzt wurden. Bei genauerem Hinsehen fallen regionale Unterschiede auf. Während Schüler auf den Straßen des Ortenaukreises häufiger in Unfälle verwickelt waren (Anstieg von 60 auf 88 Fälle), mussten Kinder und Jugendliche im Landkreis Rastatt (Anstieg von 11 auf 18 Fälle) oder der Stadt Baden-Baden (Rückgang von 2 auf 1 Fall) seltener als Unfallbeteiligte in der Statistik berücksichtigt werden.

Die Risikogruppe der 10- bis 17-Jährigen

Über einen mehrjährigen Betrachtungszeitraum fällt auf, dass keine örtlichen Schwerpunkte zu verzeichnen sind und etwas mehr als die Hälfte aller Schulwegunfälle von den betreffenden Kindern und Jugendlichen selbst verursacht wurde. In der Altersgruppe der 10 bis 17-Jährigen steigt dieser Anteil auf nahezu 60 Prozent, bei den 13 Jahre alten Unfallbeteiligten hatten fast alle die Ursache für das Unfallgeschehen selbst gesetzt. So führte oft schlichte Unaufmerksamkeit zum Malheur, zuweilen aber auch die Ablenkung durch Kopfhörer, Handys oder gar beidem!

Die Polizei appelliert deshalb in besonderem Maße an die Einsicht und Vernunft junger Radfahrer und Fußgänger und an rechtzeitig aufklärende Gespräche im Elternhaus. In den kommenden Wochen ist im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg mit Kontrollen in Schulnähe und auf Schulwegen zu rechnen.

/pb

Tipps zum "Sicheren Schulweg"

   - Trainieren Sie den Schulweg mit Ihrem Kind einige Wochen, bevor       es diesen selbstständig gehen soll. Überfordern Sie hierbei Ihr       Kind nicht, sondern arbeiten Sie ruhig und mit vielen       Wiederholungen. Erklären Sie dabei Ihrem Kind immer wieder, was       Sie tun und warum das wichtig ist.    - Informieren Sie sich hierzu bei Ihrer Schule über den       "Schulwegplan", der Ihnen sichere Wege empfiehlt. 

Wählen Sie diese sicheren Wege, auch wenn Sie vielleicht einen kleinen Umweg in Kauf nehmen müssen.

   - Wecken Sie Ihr Kind morgens rechtzeitig. Zeitdruck und Hektik       können sich auf das Verhalten im Straßenverkehr negativ       auswirken. Ein gesundes Frühstück für die andauernde       Konzentrationsfähigkeit ist ebenso von großer Bedeutung.    - Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an, um Unregelmäßigkeiten       erkennen und frühzeitig handeln zu können.    - Achten Sie auf eine gut sichtbare Kleidung Ihres Kindes im       Straßenverkehr. Die Erkennbarkeit kann durch helle Kleidung und       Reflektoren wesentlich unterstützt werden.    - Lassen Sie Ihr Kind mit anderen Kindern in Kleingruppen gehen.       Vereinbaren Sie mit den Kindern, dass sie aufeinander warten und      zusammen bleiben sollen. Stärken Sie hierbei das Gemeinschafts-       und Verantwortungsgefühl der Kinder. 

Vorbildfunktion:

Ihr eigenes Verhalten stellt einen wesentlichen Maßstab für Ihr eigenes und andere Kinder dar!

Kinder als Mitfahrer

   - Sichern Sie alle mitfahrenden Kinder immer mit       altersentsprechenden Kindersitzen. Sie tragen dafür die       Verantwortung! Erst ab zwölf Jahren beziehungsweise einer       Körpergröße von 150 Zentimetern dürfen Kinder lediglich mit dem       "Erwachsenengurt" gesichert werden.    - Fahren Sie in Kindergarten- und Schulgegenden langsam und       aufmerksam und rechnen Sie mit spontanen Handlungen der Kinder,       zum Beispiel dass sie plötzlich auf die Fahrbahn treten.    - Lassen Sie die Kinder an der zur Fahrbahn abgewandten Seite ein-      und aussteigen.    - Halten Sie hierbei mit Ihrem Fahrzeug nicht auf dem Gehweg!       Stellen Sie Ihr Auto vor allem an Kindergärten und Schulen so       ab, dass es weder die Sicht behindert noch den Gehweg versperrt.      Kinder könnten dadurch gefährdet werden! 

Kinder als Verkehrsteilnehmer

STEHEN:

   - Vor dem Überqueren müssen Sie mit Ihrem Kind am Bordstein       ("Stoppstein") stehen bleiben. Dabei sollten sie etwa 20       Zentimeter Entfernung zur Fahrbahn einhalten.    - Am Zebrastreifen soll Ihr Kind zusätzlich die Hand nach vorne       ausstrecken, damit die Autofahrer es deutlicher erkennen können. 

HÖREN:

   - Üben Sie mit Ihrem Kind, auf verkehrsrelevante Geräusche zu       achten und deren Wichtigkeit zu beurteilen. 

SCHAUEN:

   - Achten Sie darauf, dass Ihr Kind vor jeder Straßenüberquerung,       auch am Zebrastreifen und an der Ampel, immer aufmerksam nach       beiden Seiten schaut (erst links, dann rechts und nochmals links      schauen). 

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Offenburg
Telefon: 0781-211211
E-Mail: offenburg.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/