Heidelberg: Falscher Arzt ergaunert hohen Bargeldbetrag – Zeugenaufruf
Am Freitag, den 03.07.2026, wurde eine 87-jährige Frau im Heidelberger Stadtteil Boxberg Opfer eines sogenannten Schockanrufs und übergab einem Unbekannten einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag.
Gegen Mittag erhielt die Seniorin einen Anruf eines vermeintlichen Arztes der Notaufnahme einer Universitätsklinik. Dieser teilte ihr mit, ihr Sohn sei wegen Magenbeschwerden eingeliefert worden. Im Rahmen einer Darmspiegelung sei bei ihm Darmkrebs festgestellt worden. Seine Lebenserwartung betrage nur noch wenige Wochen. Einzig ein Medikament aus der Schweiz, das 135.000 Euro koste und noch vor dem bevorstehenden Wochenende bestellt werden müsse, könne helfen.
Die Frau gab an, nicht über eine derartige Summe zu verfügen, organisierte im weiteren Verlauf jedoch tatsächlich einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag. Gegen 15:30 Uhr übergab sie das Geld in einer blauen Stofftasche vor ihrem Anwesen in der Berghalde an einen vermeintlichen Mitarbeiter einer Versicherung. Erst als sie im Anschluss ihren Sohn anrief, flog der Betrug auf.
Personenbeschreibung des Abholers:
- männlich,
- etwa 30 Jahre alt,
- ungefähr 1,60 m bis 1,70 m groß,
- schlanke Statur,
- blonde Haare,
- kein Bart,
- bekleidet mit einem blauen T-Shirt mit weißem Aufdruck.Die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg führt die Ermittlungen wegen Betrugs und sucht Personen, die gegen 15:30 Uhr in der Berghalde in Heidelberg-Boxberg die Geldübergabe beobachtet haben oder dem beschriebenen Mann begegnet sind. Ebenso werden Zeuginnen und Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Fluchtweg der Person machen können. Hinweise werden über das kriminalpolizeiliche Hinweistelefon unter der Rufnummer 0621 174-4444 oder in jeder Polizeidienststelle entgegengenommen
Präventionshinweise der Polizei zu sogenannten Schockanrufen:
- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen - Betrüger
erzeugen bewusst Angst, Zeitdruck und emotionale
Ausnahmesituationen, um besonnenes Handeln zu verhindern.
- Ärzte, Krankenhäuser oder Versicherungen fordern niemals
Bargeldübergaben oder Zahlungen für Medikamente über Angehörige
oder unbekannte Abholer.
- Lassen Sie sich auf eine angebliche Notlage eines Angehörigen
niemals sofort ein. Legen Sie auf und rufen Sie den Angehörigen
unter einer Ihnen bekannten, selbst recherchierten Telefonnummer
zurück - nicht unter einer vom Anrufer genannten Nummer.
- Übergeben oder überweisen Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an
unbekannte Personen - auch nicht, wenn sich diese als Ärzte,
Klinikpersonal, Versicherungsmitarbeiter oder Polizeibeamte
ausgeben.
- Informieren Sie im Zweifel die Polizei über den Notruf 110,
bevor Sie Geld oder Wertsachen übergeben.
- Sprechen Sie - auch im Vorfeld - mit älteren Angehörigen offen
über diese Betrugsmasche, damit im Ernstfall schnell reagiert
werden kann.Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Mannheim
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Anna Mifka
Telefon: 0621 174-1111
E-Mail: mannheim.pp.sts.oe@polizei.bwl.de