Rauschgiftfahnder heben mutmaßliches Drogenlabor aus
Gemeinsame Pressemitteilung des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein, des Zollfahndungsamtes Hamburg und der Staatsanwaltschaft Kiel
Rauschgiftfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Kiel (GER Kiel) des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein (LKA) und des Zollfahndungsamtes Hamburg haben am Freitag, 30. Oktober 2026, im Zusammenwirken mit der Staatsanwaltschaft Kiel ein offenkundig illegal betriebenes Labor zur Herstellung synthetischer Drogen im Kreis Segeberg ausgehoben. Das Labor war nicht im Betrieb und befand sich bereits in der Auflösung.
Das Labor wurde durch örtliche Polizeibeamte während der Aufnahme eines Wohnungseinbruchdiebstahls zufällig entdeckt, als diese das vermietete Nebengebäude nach möglichen Aufbruchspuren überprüften. Vor Ort fanden die Rauschgiftermittler im Nebengebäude diverse
Herstellungsapparaturen und -utensilien sowie Chemikalien vor, die für die illegale Herstellung synthetischer Drogen typisch sind.
Auf synthetische Drogen spezialisierte Rauschgiftfahnder der GER Kiel nahmen gemeinsam mit Toxikologen des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein und Kriminaltechnikern der Bezirkskriminalinspektion Kiel eine umfangreiche Tatortaufnahme einschließlich einer umfassenden Spurensuche und -sicherung vor. Es wurden umfangreiche Proben der dort vorgefundenen Chemikalien genommen.
Die sichergestellten Chemikalien und Produktionsapparaturen wurden durch einen spezialisierten Abfallentsorger abtransportiert. Welche mutmaßlichen Drogen in diesem Labor hergestellt worden sind, ergeben die nun anstehenden aufwändigen und zeitintensiven chemischen Analysen, die im Kriminaltechnischen Institut des LKA erfolgen werden.
Außerdem durchsuchten die Rauschgiftermittler mit Unterstützung der 2. Einsatzhundertschaft der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung aus Eutin die Wohnung eines 27-jährigen Mannes mit aserbaidschanischer Staatsangehörigkeit in Kaltenkirchen,
der verdächtigt wird, in Verbindung zu dem Labor zu stehen.
Nach einer ersten, vorläufigen Einschätzung wird vermutet, dass die am 9. Oktober 2026 in Lutzhorn (Kreis Pinneberg) und am 14. Oktober 2026 in einem Waldstück in Heidmoor (Kreis Segeberg) in großem Umfang illegal entsorgten, zum Teil mit Chemikalien befüllten Kanister in einem Zusammenhang zu dem nun ausgehobenen Labor stehen (siehe
Pressemitteilung des LKA SH vom 14.10.2026). Bei dieser Form der illegalen Abfallentsorgung dürfte es sich um ein sogenanntes "Dumping" handeln, bei der giftige Chemikalien und Abfallstoffe aus illegaler Drogenproduktion in der Natur rücksichtslos
entsorgt werden.
Die Ermittlungen zu dem Tatgeschehen und den in dem Labor mutmaßlich produzierten synthetischen Drogen dauern an.
Rückfragen bitte an:
Landeskriminalamt Schleswig-Holstein
Carola Jeschke
Telefon: 0431/160-40130
E-Mail: Presse.Kiel.LKA@Polizei.LandSH.de