LAFP NRW teilt mit: -Bilanz der Überprüfung des Diensthundwesens in NRW -Einladung der Medien in die Landespolizeidiensthundeschule nach Schloß Holte-Stukenbrock

Selm (ots) - Selm 11.12.2014: Nach ersten Verdachtsmomenten wegen aggressiver Trainingsmethoden von Diensthunden und Mobbings gegen Andersdenkende in den Polizeipräsidien Köln und Münster hat das LAFP in den letzten zwei Wochen eine umfassende, landesweite Überprüfung des nordrhein-westfälischen Diensthundwesens veranlasst. Die Bilanz besteht in einigen disziplinarischen Einzelentscheidungen, aber vor allem in einem breiten Konsens von Hundeführern und Ausbildern zur bestehenden Ausbildungsphilosophie des Landesamtes.

In den vergangenen zehn Tagen hatte der Direktor des LAFP, Dieter Schmidt, alle 300 Hundeführer aus NRW und deren Vorgesetzte zu Gesprächen eingeladen und auf fünf dezentralen Veranstaltungen mit ihnen über die Ausbildungsziele für Diensthunde diskutiert. "Die große Teilnahme an den Veranstaltungen und die Zustimmung der Teilnehmer zu unseren Ausbildungszielen haben mir bestätigt, dass sich die Auffälligkeiten auf Einzelne oder kleine Gruppierungen bezogen haben," berichtet Dieter Schmidt anschließend. "Die Diskussionen drehten sich um den Hund als Einsatzmittel: die Hundeführer setzen auf seine abschreckende Wirkung gegenüber Rechtsbrechern, aber sie sehen ihn nicht als funktionale Waffe". Der Direktor will diesen Dialog fortsetzen und hat intern eine "Hotline" eingerichtet, über die Diensthundeführer oder Vorgesetzte das LAFP jederzeit erreichen und Ausbildungsfragen klären können.

Die betroffenen Beamten in Köln arbeiten bereits in anderen Einsatzbereichen. In Köln eingeleitete Disziplinarverfahren wegen des Verdachts auf Manipulationen bei der Personalauswahl, sexueller Belästigung und wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (Einsatz eines Elektrohalsbands) laufen im Polizeipräsidium noch. Die Ermittlungen in dieser Gruppe, die sich daneben auch durch verbotene Aufnäher auf der Dienstkleidung zu erkennen gegeben hatte, führten zu einer privaten Hundeschule eines Polizisten und Prüfers in Münster, gegen den inzwischen ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde.

Die Nebentätigkeitsgenehmigung für seine private Hundeschule wird ihm entzogen. Als Prüfer und Trainer wird der Beamte im Diensthundwesen landesweit nicht mehr eingesetzt.

Bei Hundeführern aus Münster, die bei ihm trainiert hatten, waren in den letzten Jahren zähnefletschende Hundebilder als Bildschirmschoner und auf einer Kaffeetasse aufgetaucht, die umgehend verboten worden waren.

Hinweisen aus demselben Polizeipräsidium, nach denen es bei der Ausbildung der Hunde mehrfach zu unerlaubten Trainingsmethoden gekommen sein soll, wird weiterhin nachgegangen und auf strafrechtliche Relevanz geprüft.

Von den 47 Kreispolizeibehörden mit 300 Hundeführern in NRW hatten nur wenige dienstlich an Seminaren der Münsteraner Privatschule teilgenommen. Gemeldet wurde aus 5 Polizeibehörden, dass insgesamt zehn Hundeführern mit ihren Hunden ein- oder zweimal offiziell die Teilnahme ermöglicht wurde; wie oft Hundeführer privat mit ihren Diensthunden zu solchen Seminaren gefahren sind, lässt sich nicht mehr konkret ermitteln. Die Teilnahme von Diensthundführern mit Diensthunden wurde unterbunden.

Ob und inwiefern in der Schule illegale und brutale Trainingsmethoden bei Diensthunden der Polizei angewandt wurden, wird derzeit noch überprüft.

Prüfungsmanipulationen, die dem privaten Schulleiter als Prüfer bei der Polizei auch nachgesagt worden waren, haben die Nachforschungen bisher nicht bestätigt.

Die Diensthundführer aus Münster, die bei ihm trainiert hatten, legen dennoch in der nächsten Woche mit ihren Hunden eine erneute Prüfung beim LAFP ab - bis dahin sind sie für Einsätze nicht zugelassen. Die aktuelle Qualität des Ausbildungsstandes soll damit noch einmal geprüft und zweifelsfrei bestätigt werden.

Am kommenden Dienstag (16.12) findet eine außerordentliche Tagung aller 50 Diensthundetrainer im LAFP-Bildungszentrum Schloß Holte-Stukenbrock statt. Neben regulär anstehenden Prüfungen geht es auch im Kreis der Ausbildungsexperten noch einmal um Fragen der Ausbildungsphilosophie und um Trainingsmethoden von Hund und Mensch. "In der Öffentlichkeit muss klar sein, dass keine unkalkulierbare Gefahr von den Diensthunden ausgeht", erklärt der LAFP NRW Direktor Schmidt. "Sie sorgen für Sicherheit und haben eine wichtige Funktion in der Polizeiarbeit. Alle, die am Wochenende ins Fußballstadion oder auf eine Demo gehen, sollen Respekt vor den Hunden haben- aber keine Angst."

Hinweis für die Medien: Schauen Sie am kommenden Dienstag, dem 16. Dezember 2014, in der Zeit von 10:30 Uhr bis ca. 11:30 Uhr, hinter die Kulissen der Ausbildung von Polizeidiensthunden in Nordrhein-Westfalen und lernen Sie u. a. die Ausbildungsphilosophie unmittelbar kennen. Das LAFP NRW wird Ihnen für Fragen zur Diensthundführerfortbildung sowie Diensthundausbildung gerne zur Verfügung stehen. Darüber hinaus erhalten Sie Gelegenheit, Diensthunde im Training der Polizei NRW zu beobachten. Bitte melden Sie sich zu diesem Termin bei der Pressestelle des LAFP NRW unter Telefon 02592-68-6231 oder per E-Mail (pressestelle.lafp@polizei.nrw.de) bis spätestens Sonntag, den 14.12.2014 an.

Rückfragen bitte an:

Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der
Polizei NRW
Im Sundern 1, 59379 Selm
Victor Ocansey, Pressesprecher
Telefon: 02592 / 68-6230
E-Mail: pressestelle.lafp@polizei.nrw.de
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