Aachen/ Rhein-Erft-Kreis (ots) - Am Freitag musste die Polizei an der Hambachbahn im Bereich Kerpen einschreiten. Gegen 17 Uhr waren einige Aktivisten aus dem Gebüsch auf die Gleise der Hambachbahn gesprungen. Der Lokführer konnte noch rechtzeitig eine Notbremsung einleiten, so dass niemand verletzt wurde. Der Bahnverkehr wurde sofort eingestellt. Die Aktivisten verursachten einen Kurzschluss in der Oberleitung, indem sie ein Stahlseil darüber warfen. Anschließend fixierten sie sich vor und hinter der Bahn sowie auf einem Nebengleis an die Gleiskörper. Die Aktivisten konnten sich nach eigenen Angaben nicht selber befreien, so dass sie samt Befestigungen - sog. Lock-ons - von den Gleisen geflext werden mussten. Zu dieser Zeit standen dazu landesweit keine eigenen polizeilichen Möglichkeiten zur Verfügung. Aufgrund der Gesamtumstände bestand jedoch eine zeitliche Dringlichkeit zur Lösung der Aktivisten von den Gleisen, um das Eintreten gesundheitlicher Schäden zu verhindern. Aus diesem Grund griff die Polizei auf die technischen Möglichkeiten und die Kräfte von RWE zurück. Um im Rahmen den Flexarbeiten niemanden zu verletzen wurden die Aktivisten mit Schutzdecken bedeckt. Zudem wurden ihnen Kopfhörer und Schutzhelme aufgesetzt. Jede der gelösten Personen wurde anschließend durch einen Notarzt ärztlich begutachtet. Dabei wurden bei einer Aktivistin eine leichte, nicht behandlungsbedürftige Verletzung am Ohr festgestellt. Die Aktivisten erhielten im Verlauf des Einsatzes durch die Polizei die Möglichkeit, gewünschte Telefonate zu führen, um ihren Kontaktpersonen zu versichern, dass es ihnen gut geht. Um die Personen schließlich von den Lock-ons zu befreien, leistete die Feuerwehr Aachen der Polizei dankenswerterweise professionelle technische Unterstützung. Hier bewährte sich abermals die gute Zusammenarbeit auf dieser Ebene.
Bei den Aktivisten handelte es sich um vier Frauen und einen Mann, die ihre Personalien nicht preisgeben wollten. Sie wurden vorläufig festgenommen, weil gegen sie der Verdacht des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr besteht. Über die weitere Dauer der Freiheitsentziehung entscheidet die zuständige Staatsanwaltschaft in Köln.
Gegen 23.10 Uhr konnte der Regelbetrieb der Hambachbahn fortgeführt werden. Polizei und Feuerwehr waren bis zum frühen Morgen im Einsatz.
Sandra Schmitz
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