Unbekannter testet Wasserleitung und bestiehlt Rentnerin / Wohnungstür ist das einzige Hindernis dieser Diebe

Dillenburg (ots) -

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Täter suchen sich gezielt ältere Menschen als Opfer aus

Trickdiebstahl in Wohnungen ist nach dem Taschendiebstahl auf der Straße die vermutlich häufigste Straftat, von der ältere Menschen betroffen sein können. Täter täuschen ihre Opfer, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen und zu stehlen.

Wetzlarer Rentnerin um 300 Euro erleichtert

Wetzlar: Unter dem Vorwand die Wasserleitung zu testen, verschaffte sich ein Gauner gestern Morgen (04.05.2017) Zutritt zu der Wohnung seines 88-jährigen Opfers.

Gegen 11.00 Uhr klingelte es an der Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in der Nauborner Straße. Die Wetzlarerin öffnete und der Unbekannte gab vor, die Wasserleitungen der Wohnung testen zu müssen. Hierbei wies er sich mit einem Phantasieausweis aus. Im Beisein seines Opfers "überprüfte" er die Leitungen im Bad und in der Küche. Hierzu ließ er einfach Wasser durch die Hähne laufen. Als die Tests abgeschlossen waren, verabschiedete sich der Unbekannte. Die Rentnerin schaute kurz darauf in ihrem Schreibtischschrank im Wohnzimmer nach ihren Wertsachen und entdeckte, dass 300 Euro Bargeld fehlten. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der Mann die Wohnungstür einen Spalt offen stehen ließ und so ein Komplize während der Leitungstests die Wohnung nach Wertsachen durchsuchen konnte.

Der Unbekannte war Deutscher, Ende 20 bis Anfang 30 Jahre alt, ca. 180 cm groß und etwas korpulent. Er hatte kurze mittelblonde Haare und trug eine Jeans sowie einen dunkelblauen bis schwarzen Anorak mit mehreren Reißverschlüssen.

Zeugen, die Angaben zur Identität des Diebes machen können oder denen der Mann am Donnerstagmorgen in der Nauborner Straße auffiel, werden gebeten sich unter Tel.: (06441) 9180 mit der Wetzlarer Polizei in Verbindung zu setzen.

Phantasie der Täter ist grenzenlos

Opfer sind fast ausschließlich ältere, teils hochbetagte Menschen. Beim Trickdiebstahl an der Haustür werden viele Maschen angewandt:

Der Glas Wasser-Trick: Täterinnen täuschen Schwangerschaft, Übelkeit oder die Notwendigkeit einer Arzneimitteleinnahme vor und bitten um ein Glas Wasser.

Der Papier- und Bleistift-Trick: Täter oder Täterinnen wollen für angeblich nicht angetroffene Nachbarn eine Nachricht hinterlassen. Dazu fragen sie nach Schreibzeug sowie Papier und drängen auf eine Schreibunterlage in der Wohnung oder bitten das Opfer, die Nachricht selbst zu erfassen.

Wohnungstür ist das einzige Hindernis der Diebe

Für Trickdiebinnen und Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden, gibt es nur ein einziges ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um zum Erfolg zu kommen: die gesperrte oder geschlossene Wohnungstür. Daher sollten Sie zum Schutz vor Trickdieben folgende Ratschläge beherzigen.

- Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung! - Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch. - Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort - legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an. - Überlegen Sie bei angeblicher hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür (Beispiel: Bitte um Schreibzeug oder um ein Glas Wasser): Woher sollte der Nachbar die Besucher wirklich kennen? Warum wenden sich die Besucher im Notfall nicht an eine Apotheke, eine Gaststätte oder ein Geschäft, sondern an eine Privatwohnung? - Machen Sie bei hilfebedürftiger Lage von Fremden an der Tür das Angebot, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Schreibzeug, Glas Wasser etc.) hinauszureichen, und halten Sie dabei die Tür gesperrt. - Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch. Sprechen Sie sie laut an und rufen Sie um Hilfe. - Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Polizei an - auch über den Notruf: 110.

Guido Rehr, Pressesprecher

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