Taschendiebe spionieren Bankkundin aus und erbeuten 2.000 Euro – 90-jähriges Opfer berichtet über die Tat und ihre Folgen (Foto anbei)

POL-NE: Taschendiebe spionieren Bankkundin aus und erbeuten 2.000 Euro -   90-jähriges Opfer berichtet über die Tat und ihre Folgen (Foto anbei)
Kriminalhauptkommissar Thomas Gilleßen im Gespräch mit einer 90-jährigen Neusserin, die Opfer von Taschendieben wurde.

Rhein-Kreis Neuss, Neuss, Dormagen (ots) - Im Rhein-Kreis Neuss werden der Polizei immer wieder Fälle von Taschendiebstählen bekannt, bei denen der Verdacht im Raum steht, dass die Täter ihre Opfer bereits beim Geldabheben beobachtet haben, um anschließend bei günstiger Gelegenheit "zuzugreifen". In Dormagen erbeuteten Diebe in einem Fall sogar 30.000 Euro, die kurz zuvor bei einem Kreditinstitut an die Kontoinhaberin ausgezahlt worden waren. In Neuss erlangten Täter 2.000 beim Griff in die Tasche einer Seniorin.

"Ich denke so oft noch daran und schlafe seit dem schlecht", berichtet die 90-jährige Neusserin, die auch knapp einen Monat später noch deutlich unter dem Eindruck dessen steht, was ihr am Montag, dem 12.06.2017, in der Innenstadt widerfuhr. Zusammen mit ihrer 63-jährigen Bekannten, die sie als sogenannte Alltagshelferin bei Besorgungen unterstützt, suchte die Seniorin an diesem Tag ein Geldinstitut an der Michaelstraße auf. Die beiden Damen ahnten nicht, dass sie bereits ins Visier von Taschendieben geraten waren. "Ich habe ganz normal am Schalter Geld abgehoben, insgesamt 2.000 Euro. Anschließend im Parkhaus, hat sich ein Mann im Fahrstuhl an mir vorbeigedrängt. Das kam mir schon komisch vor. Als er ausgestiegen war, haben wir dann bemerkt, dass der Geldumschlag aus der Tasche verschwunden war. Meine Bekannte ist dem Dieb noch hinterhergelaufen und hat laut gerufen. Der Vorsprung war aber zu groß. Dann haben wir die Polizei verständigt."

Nach Eingang des Notrufs bei der Leitstelle der Polizei, nahmen Streifenwagen die Fahndung auf, während zwei Beamte die beiden Frauen befragten und die Beschreibung des Flüchtigen an ihre Kollegen weitergaben. Der etwa 45 bis 50 Jahre alte Verdächtige war circa 185 Zentimeter groß und von kräftiger Statur. Sein Erscheinungsbild beschrieben die Zeuginnen als "Deutsch". Der Täter hatte einen grau melierten Haarkranz und trug hellblaue Oberbekleidung. Die polizeiliche Fahndung am Tattag verlief ohne Erfolg. Die anschließenden Ermittlungen der Kriminalpolizei sind bis heute noch nicht abgeschlossen.

Für die betagte Neusserin wiegt der Verlust des Geldes schwer. Zwar kann sie sich auf die Unterstützung ihrer Familie verlassen, aber für die Zukunft hat sie sich vorgenommen, kein leichtes Opfer mehr für Taschendiebe zu sein.

Im Gespräch mit Kriminalhauptkommissar Thomas Gilleßen, Leiter des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz bei der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, konnte die Seniorin einige Tipps gegen Taschendiebe mitnehmen.

"Seit Jahr und Tag mache ich das so. Wenn die Rente da ist, hole ich sie ab und komme den ganzen Monat damit aus. Aber das werde ich jetzt ändern. Zukünftig werde ich in unregelmäßigen Abständen nur noch kleine Beträge abheben. Ich werde auch besonders gut darauf achten, dass mich niemand beim Geldabheben beobachtet oder mir anschließend zu nahe kommt."

Kriminalhauptkommissar Gilleßen unterstützt diese Vorhaben. "Es ist durchaus möglich, beim Kreditinstitut darum zu bitten, dass größere Bargeldbeträge in einem sichtgeschützten Raum ausgezahlt werden. Grundsätzlich ist es aber nie ratsam, mit hohen Geldsummen in der Tasche unterwegs zu sein. Das schafft einen sehr hohen Tatanreiz für mögliche Diebe oder gegebenenfalls sogar Räuber."

Ein weiterer Tipp des Experten: "Ruhig auf Distanz zu Fremden gehen. Das ist nicht unhöflich, sondern umsichtig. Es braucht ein bisschen Mut, aber man kann Unbekannte durchaus auffordern, einen gebührenden Abstand zu halten."

Taschendiebe suchen regelmäßig engen Kontakt, entweder im Gedränge (z.B. im Aufzug oder in öffentlichen Verkehrsmitteln) oder unter einem Vorwand (z.B. der Bitte Geld zu wechseln, oder den Weg auf einer Karte zu erklären).

Die Polizei im Rhein-Kreis Neuss geht an 365 Tagen im Jahr gegen Taschendiebe vor. Mit der Aktion "Augen auf und Tasche zu!" sollen potentielle Opfer auf die Gefahr von Diebstählen aufmerksam gemacht werden und wertvolle Tipps zum Schutz vermittelt bekommen.

Weiterführende Informationen erhalten Interessierte im Internet (rhein-kreis-neuss.polizei.nrw/artikel/vorsicht-taschendiebe) oder bei den Experten des Kriminalkommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Diese stehen für Fragen rund um das Thema Vorbeugung von Straftaten telefonisch oder persönlich zur Verfügung (Telefon 02131-3000).

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