Polizei warnt vor Betrugsmasche – „Liebesbetrug“ in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven (ots) -

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass eine Wilhelmshavenerin Opfer eines "Liebesbetruges" geworden ist. Bei der Betrugsmasche "Love - Scam" (oder auch Romance-Scam) geben sich die Täter auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken als seriöse Persönlichkeiten wie beispielsweise Ärzte, Ingenieure oder Architekten aus, um dort nach potenziellen Opfern zu suchen. Aus dem anfänglichen kennenlernen entwickelt sich nach wenigen Wochen eine "einseitige" Liebesbeziehung, wobei der Kontakt in der Regel nur per E-Mail oder Chatprogramm erfolgt. Anschließend täuschen die Täter eine finanzielle Notsituation vor, um die Opfer zu einer Überweisung zu "drängen". So auch im Fall der Wilhelmshavenerin. Sie lernte im September 2017 über das Internet einen angeblichen Arzt kennen, welcher sich berufsbedingt in Afghanistan aufhalte und dort für die "UN" (United Nations) tätig sei. Da er als UN-Mitarbeiter kein Bargeld ausführen dürfe, jedoch mit dem Opfer eine gemeinsame Zukunft in Deutschland plane, engagierte er einen Diplomaten, damit dieser das Bargeld nach Deutschland überführt, um es dort an das Opfer auszuhändigen. Hierfür mussten jedoch diverse Beglaubigungen und Zertifikate bezahlt werden. Durch geschicktes Vorgehen und das Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft, überwies das Opfer innerhalb von zwei Monaten einen Betrag in Höhe von ca. 40.000 EUR auf ein ausländisches Bankkonto. Erst als die Hausbank auf die auffälligen Transaktion aufmerksam wurde, konnte das Opfer gewarnt und über die Betrugsmasche aufgeklärt werden. Die Polizei warnt vor der Betrugsmasche und gibt folgende Hinweise: - Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Betrüger an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. - Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen. - Meist werden den Opfern Bilder ihrer Internetbekanntschaften in schlechter Qualität gezeigt, da sie illegal erlangt wurden. Ausnahme: Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind. - Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach den ersten Kontakten mit Liebesschwüren. Seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielen eine Rolle. - Die Täter sprechen oft von Geschäftsreisen oder familiären Schwierigkeiten und einer Verbindung nach Westafrika wie Nigeria, Ghana oder Senegal, aber auch nach Russland und Südostasien. Frauen geben häufig vor, in osteuropäischen, südostasiatischen oder südamerikanischen Ländern zu leben. - Betrüger bitten ihr Opfer um Geld. Weigert es sich zu zahlen, finden Betrüger andere Wege der Bereicherung. Beispielsweise gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen oder auch der Wunsch nach einem Visum für Deutschland. Weitere Informationen für Betroffene gibt es unter: http://www.polize i-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/rat-und-hilfe.html Diese Pressemitteilung sowie weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.polizei-beratung.de/presse.

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