Betrügerische Bettelbande unterwegs – Polizei nimmt Tatverdächtige vorläufig fest – Zeugen gesucht


12.12.2020, PP Unterfranken
Betrügerische Bettelbande unterwegs - Polizei nimmt Tatverdächtige vorläufig fest - Zeugen gesucht
LKR. MILTENBERG UND LKR. ASCHAFFENBURG. Am Freitag waren bei den Polizeidienststellen am Untermain zahlreiche Mitteilungen über offenbar betrügerische Spendensammler eingegangen. Die Polizei nahm im Rahmen der Fahndung vier Tatverdächtige vorläufig fest. Gegen sie wird nun wegen des Verdachts des Betruges ermittelt.

In der Vor- und Nachmittagszeit häuften sich die Anrufe besorgter Bürger bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken sowie bei den Inspektionen in Obernburg, Aschaffenburg und Alzenau. Im Bereich von mehreren Verbrauchermärkten traten verschiedene Personen auf, die mit Sammellisten unterwegs waren und die Kunden um Bargeldspenden ersuchten, die vorgeblich einem wohltätigen Zweck zufließen sollten. Hierbei wurden Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen in den Fokus gestellt. Die jeweiligen Spendenbeträge ließen sich die Sammler auf handschriftlich geführten Listen unterschreiben. In der Regel suchten die vorgeblichen Gutmenschen nach wenigen Minuten ihrer Anwesenheit wieder das Weite. In diesem Zusammenhang fielen den Anrufern immer wieder Pkws mit rumänischer oder bulgarischer Zulassung auf. Gegen 16:00 Uhr konnte eine Zivilstreife der Obernburger Polizei im Rahmen der Fahndung einen verdächtigen und mit vier Personen besetzten Pkw feststellen. Aufgrund der Zeugenbeobachtungen und im Fahrzeug aufgefunden Sammellisten sind die Insassen, zwei Frauen im Alter von 15 und 18 Jahren sowie zwei 18- und 21-jährige Männer, dringend tatverdächtig. Die vier Beschuldigten standen weder in einem Bezug zu einem gemeinnützigen Unternehmen, noch sollten die Einnahmen tatsächlich einem solchen Zweck zukommen. Die beiden Frauen und die beiden Männer hatten laut ihren Unterlagen bereits mehrere hundert Euro erlangt. Die bereits Amtsbekannten verfügten über keinen Wohnsitz im Inland und durften nach Hinterlegung einer Sicherheitsleistung für das eingeleitete Strafverfahren und Sicherstellung der Sammellisten ihren Weg fortsetzen. Zuvor beleidigte der 21-Jährige die eingesetzten Beamten mehrfach und muss sich nun auch hierfür strafrechtlich verantworten.
Die weiteren Ermittlungen werden von der Polizeiinspektion Obernburg geführt, die nun Zeugen, die am Freitag gespendet haben oder dazu aufgefordert wurden, bittet, sich unter der Tel. 06022/6290 zu melden. Ähnlich gelagerte Fälle waren in den vergangenen Wochen wiederholt Grund für polizeiliche Einsätze. Aufgrund dessen rät die Polizei jedem Spendenwilligen kritisch zu prüfen, ob hier wirklich seriös der Zweck Verfolgung findet, der vorgegeben wird. Fragen sie im Zweifelsfall bei der Organisation nach und lassen sie sich vor Ort einen Ausweis zeigen.