Die bösartige Version der Märchenstunde – Betrüger am Telefon

Wenn es darum geht, Geschichten zu erfinden und zu erzählen, dann sind Betrüger sowohl talentierte Autoren, Regisseure und Darsteller. Doch anstatt ihr Publikum zu unterhalten, bestehlen sie es. Heute erzählt die Polizei die wahre Geschichte aktueller "Auftritte" von Betrügern am Mittwoch (9.3.) und Donnerstag (10.3.) in Meerbusch, Neuss und Grevenbroich. Donnerstagmittag erhielt eine betagte Meerbuscherin den Anruf eines Mannes, der vorgab Polizist zu sein. Er teilte mit, dass die Enkelin einen Unfall gehabt habe, infolgedessen ein Unfallbeteiligter ums Leben kam. Nun säße ihre Enkelin in Untersuchungshaft und benötige eine Kaution in Höhe von 30.000 Euro. Auf die Frage, ob sie das Geld aufbringen könne, antwortete die Seniorin, dass sie die geforderte Summe nicht besäße. Der vermeintliche Polizist erkundigte sich anschließend mehrfach nach Konten und Sparbüchern. Im weiteren Gespräch gab ein anderer Mann sich als Staatsanwalt aus. Er setzte die Dame unter Druck, dass sie keinesfalls irgendjemandem etwas von dem Anruf erzählen solle. Sie würde im Verlauf des Tages erneut kontaktiert. Sie habe bis 17 Uhr Zeit, die geforderte Summe aufzubringen. Der "Staatsanwalt" bediente sich dabei der Muttersprache seines Opfers (polnisch). Als dritter Akteur des falschen Spiels kam letztlich eine Frau hinzu, die die verletzte Enkelin gab. Doch die Betrüger waren offenbar nicht überzeugend in ihrer Darstellung oder ihr Gegenüber schlichtweg aufgeklärt und kritisch. Die Meerbuscherin handelte genau richtig und informierte sich bei ihren Angehörigen über den Verbleib und das Wohlergehen ihrer Enkelin. So flog der Schwindel auf und es gab keinen weiteren Kontakt zu den Betrügern. In Neuss wurde einer Bankangestellte hellhörig, als ihre Kundin 25.000 Euro abheben wollte. Sie habe einen Anruf der Polizei erhalten, weil ihr Schwiegersohn verunglückt sei. Die gut informierte Angestellte des Kreditinstituts schaltete schnell -und vor allem die Tochter der lebensälteren Kundin ein. Diese konnte den Schwindel schnell aufklären und erstattete zusammen mit ihrer Mutter Anzeige bei der Polizei. Aber Betrüger bedienen sich auch zunehmend moderner Kommunikationswege zum Beispiel Messenger-Apps. Diese Erfahrung musste ein Senior in Grevenbroich machen. Der Mann erhielt eine Textnachricht per WhatsApp, vermeintlich von seiner Tochter. Er könne die alte Nummer löschen und diese neue Nummer in seinem Telefon speichern. Nur wenig später wurde über den neuangelegten Kontakt um Geld gebeten. Leider überwies der gutgläubige Grevenbroicher einen Betrag an die mitgeteilte Empfängerstelle, bevor er den Betrug erkannte und Anzeige erstattete. Die Polizei hat in allen genannten Fällen die Ermittlungen aufgenommen. Den Tätern ist schwer auf die Spur zu kommen, aber man kann ihr Tun enttarnen, wenn man darüber aufklärt. Teilen Sie Ihr Wissen über die Maschen der Betrüger, damit es zukünftig weniger Opfer gibt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Polizei https://rhein-kreis-neuss.polizei.nrw/artikel/gemeinsam-gegen-betrug Rückfragen von Pressevertretern bitte an: Der Landrat des Rhein-Kreises Neuss als Kreispolizeibehörde -Pressestelle- Jülicher Landstraße 178 41464 Neuss Telefon: 02131/300-14000 02131/300-14011 02131/300-14013 02131/300-14014 Telefax: 02131/300-14009 Mail: pressestelle.neuss@polizei.nrw.de Web: