Seniorin lässt sich am Telefon nicht „schocken“ – Versuchter Betrug bei der Führerscheinprüfung

Offenbar gut informierte Betrüger haben am Dienstag versucht, eine Seniorin mit einem Schockanruf auszutricksen. Am Nachmittag meldete sich eine heulende und schluchzende, weibliche Anruferin bei der Lüdenscheiderin. Sie behauptete, sie sei die Tochter, nannte dessen Namen und verfügte offenbar auch über weitere Informationen zur Familie. Angeblich hatte sie einen schweren Unfall und sitze nun bei der Kriminalpolizei. Die Seniorin ließ sich nicht betrügen, sondern tat genau das, was die echte Polizei rät: Sie legte auf und rief die Tochter unter der bekannten Rufnummer an. Die echte Tochter meldete sich am Telefon: Sie hatte keinen schweren Unfall und saß auch nicht bei der Kriminalpolizei. So schnell gaben die Betrüger allerdings nicht auf: Das Telefon klingelte erneut. Diesmal gab sich der Anrufer als "Hauptkommissar" aus. Er musste sich ordentlich etwas anhören, bevor die Seniorin auflegte. Dass die Betrüger so gut über die Familienverhältnisse bescheid wussten, könnte an einer kürzlich veröffentlichten Familienanzeige gelegen haben. Die Polizei rät weiter zur Vorsicht: Am Telefon kann sich jeder für jeden ausgeben: Polizei, Staatsanwaltschaft, Tochter, Arzt, ... Die Schockanrufer, wie in diesem Fall, verfremden ihre Stimmen durch herzerweichenden Schluchzen und versuchen, ihre Opfer zu raschen, unüberlegten Handlungen zu bewegen. Auch das anschließende Gespräch mit angeblichen Polizeibeamten oder Staatsanwälten gehört zum üblichen Vorgehen. Die Betrügern fordern eine Kaution, die es in dieser Form in Deutschland überhaupt nicht gibt. Keinesfalls sollten Betroffene auf solche Forderungen eingehen, sondern stattdessen auflegen. Damit der Anruf definitiv beendet ist, sollte man langsam bis 10 zählen und dann die echte Tochter und die echte Polizei anrufen. Die bittet außerdem Familienangehörige mit älteren Verwandten, immer wieder auf die Gefahr durch falsche Polizeibeamte, Schockanrufer oder Gewinnspiel-Betrüger hinzuweisen. Ein Unbekannter hat am Montag versucht, beim TÜV für einen anderen Mann die theoretische Führerscheinprüfung abzulegen. Er legte die Dokumente eines 25-Jährigen vor. Als der Schwindel bemerkt wurde, flüchtete er. (cris) Rückfragen bitte an: Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis Pressestelle Polizei Märkischer Kreis Telefon: +49 (02371) 9199-1220 bis -1223 E-Mail: pressestelle.maerkischer-kreis@polizei.nrw.de