Kreis Recklinghausen/Bottrop: Aufmerksamer Senior entgeht Betrug durch Polizei-Schulung

"Hier ist die Polizei. Sie stehen auf einer Liste von Einbrechern", sagte der Anrufer zu einem Senior aus Haltern am See. Viele Betrugsversuche beginnen auf diese oder ähnliche Weise und enden damit, dass ein vermeintlicher Polizist Wertsachen abholt, um sie "in Verwahrung" zu nehmen oder Bankdaten erschleicht. In diesem Fall war der Senior vorbereitet: Er hatte einen Präventionskurs der Polizei Recklinghausen besucht. Der Betrüger scheiterte, es blieb beim Versuch. "Zwar sind die Zahlen von Betrugsversuchen an älteren Menschen in den vergangenen Jahren rückläufig, doch hatten wir im Jahr 2025 noch 101 vollendete Straftaten in diesem Bereich. Demgegenüber stehen allerdings 520 Fälle, in denen die Täterinnen und Täter nicht erfolgreich waren", so Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen. "Erfolgreiche Betrugsfälle erschüttern die Opfer und ihre Angehörigen oft emotional. Und das Vertrauen der Menschen in die Polizei auszunutzen, um Seniorinnen und Senioren um ihre Ersparnisse zu bringen, ist geradezu perfide." Daher klärt die Polizei auf: Im vergangenen Jahr hielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kriminalprävention der Polizei Recklinghausen beinahe 50 Vorträge zum Thema "Straftaten zum Nachteil älterer Menschen mit überregionaler Tatbegehung" (SÄM-ÜT), hinzu kamen zahlreiche Einzelgespräche durch den Opferschutz, telefonische Beratungen oder Präsenz (in Fußgängerzonen, auf Märkten oder bei Veranstaltungen). Auch Pflegeschülerinnen und -schüler werden im Projekt "Next Generation" gezielt von der Polizei geschult, sie können als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dienen. Jedes aufmerksame Auge und Ohr, jedes Gespräch schützt ein potentielles Opfer. "Zur Aufgabe der Polizei gehört es nicht nur, Verbrechen zu verfolgen, sondern auch vor ihnen zu schützen. Neben Schockanrufen und angeblichen Handwerkern, die sich Zutritt zu Wohnungen verschaffen, sind vorgebliche Polizisten eine gängige Masche von Betrügerinnen und Betrügern, um an das Geld und die Wertsachen von älteren Menschen zu kommen. Wir werden nicht müde, aufzuklären, zu mahnen und zu ermitteln, wenn der Betrug geschehen ist. Aber wir sind auch auf wachsame Bürgerinnen und Bürger angewiesen, um diese Fälle möglichst zu verhindern", hält Friederike Zurhausen fest. Hintergrund "Projekt Next Generation": Mit "Next Generation" wendet sich die Recklinghäuser Polizei ganz gezielt an Kinder, Enkel und andere Verwandte, aber auch an Nachbarn, Freunde, Pflegepersonal und andere Bezugspersonen. Denn gerade zurückgezogen lebende ältere Menschen sind mit polizeilichen Präventionsbotschaften nicht immer zu erreichen. Dafür bedarf es der Mithilfe von Bezugspersonen, die mit den älteren Menschen wiederholt über die miesen Maschen der Betrüger sprechen und vermitteln, wie man sich richtig verhält, wenn Täter anrufen oder an der Haustür schellen. Eine der Botschaften der Kampagne: Nicht nur die betrogenen Seniorinnen und Senioren, auch die Jüngeren der "Next Generation" werden zu Opfern. Auch sie leiden emotional und unter dem finanziellen Verlust. Deshalb ist es in ihrem eigenen Interesse, sich zum Schutz der älteren Generation zu engagieren. https://recklinghausen.polizei.nrw/sites/default/files/2021-09/Flyer_Next%20Generation.pdf Rückfragen für Medienschaffende bitte an: Polizeipräsidium Recklinghausen Hendrik Matena Telefon: 02361 55 1044 E-Mail: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de Verfolgen Sie unsere Meldungen auch auf: