Schockanruf schlägt fehl – Seniorin ruft Bekannte an und versichert sich über ihr Wohlergehen
Eine Seniorin aus Dahl erstattete am Donnerstag (15.01.) eine Anzeige bei der Polizei. Die 89-Jährige berichtete, am Vortag einen Anruf von einer unterdrückten Rufnummer erhalten zu haben. Eine Frau gab sich während des Gespräches als Staatsanwältin aus und behauptete, dass eine Bekannte der Hagenerin einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein Kind ums Leben kam. Um abzuwenden, dass die Bekannte in Haft kommt, sollte die 89-Jährige nun 50.000 Euro Bargeld an einen Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Seniorin beendete das Gespräch und rief daraufhin ihre Freundin an. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Betrugsanruf handelte. Ihre Bekannte bestätigte ihr, dass alles in Ordnung ist und dass es keinen Verkehrsunfall gegeben hat. Die 89-Jährige erstattete eine Strafanzeige. Durch ihr Misstrauen und den Anruf bei ihrer Freundin blieb es bei einem Betrugsversuch, durch den der Rentnerin kein finanzieller Schaden entstand.
Die Polizei warnt ausdrücklich vor Schockanrufen und rät folgende Dinge:
- Bitte haben auch Sie gesundes Misstrauen bei angeblichen
Notlagen, die man Ihnen am Telefon erläutert. Täterinnen und
Täter arbeiten gezielt mit schockierenden Nachrichten. Die
Forderungen werden mit erheblichem Druck verstärkt, damit Opfer
keine Zeit haben, sich mit Vertrauenspersonen auszutauschen oder
einen klaren Gedanken zu fassen. Oft werden Opfer aufgefordert,
mit niemandem zu sprechen. - Legen Sie sofort auf, Sie sind nicht verpflichtet, am Telefon zu
bleiben oder höflich zu sein. Beenden Sie das Gespräch. - Wenn Sie, wie die Hagenerin aus Dahl, Angehörige oder auch die
Polizei verständigen, lassen Sie sich nicht verbinden! Suchen
Sie sich die Rufnummern eigenständig heraus, um eine
Einflussnahme der Betrüger gänzlich auszuschließen. - Übergeben Sie Ihnen unbekannten Personen niemals Wertgegenstände
oder Geld. Geben Sie keine Auskunft über Vermögenswerte! - Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie/mit Bezugspersonen ein
Kennwort, das nur echte Angehörige kennen. So können Sie
Betrugsanrufe von angeblichen Personen, die Ihnen nahestehen,
besser erkennen. Kennt der Anrufer/die Anruferin das vereinbarte
Kennwort nicht, legen Sie sofort auf und verständigen Sie die
Polizei und eine Ihnen nahestehende Person. - Sprechen Sie offen mit älteren Menschen in Ihrem Umfeld über
Betrugsmaschen. Wer solche Maschen kennt, kann im Ernstfall
Betrugsanrufe besser erkennen.(arn)
Rückfragen bitte an:
Polizei Hagen
Pressestelle
Telefon: 02331 986 15 15
E-Mail: pressestelle.hagen@polizei.nrw.de
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