Ingewahrsamnahmen, Diebstahl und Erpressung

Drei Personen mussten nach einem Einsatz der Polizei am frühen Sonntagmorgen am Busbahnhof Markaner den Rest der Nacht im Gewahrsam verbringen und bekamen eine Reihe von Strafanzeigen. Gegen 3.15 Uhr wurde die Polizei über die Randale vor einer Gaststätte informiert. Wie es Zeugen schilderten, soll ein 24-jähriger Mann zunächst im Vorbeigehen vier Gäste, die vor einer Gaststätte standen, beleidigt und beschimpft und eine 57-jährige Frau umgestoßen haben. Als andere Gäste zu Hilfe eilten, bekamen sie Faustschläge von dem 24-jährigen Nachrodt-Wiblingwerder. Der 24-Jährige beschuldigte die 57-Jährige, ihn mit Bier beschüttet und ihn geschlagen zu haben. Er habe sich lediglich gewehrt. Mehrere Personen wurden leicht verletzt, lehnten aber eine Behandlung durch den Rettungsdienst ab. Bei dem 24-Jährigen fanden die Polizeibeamten ein verbotenes Klappmesser. Sie schrieben die ersten Anzeigen wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage, Körperverletzung sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz und sprachen Platzverweise gegen den 24-jährigen Nachrodt-Wiblingwerder und seinen 23-jährigen Begleiter aus. Denen kamen die beiden widerwillig nach, kehrten aber bald zurück. Der 24-Jährige sowie eine gleichaltrige Frau aus Altena beschimpften die Beamten als Missgeburten, Hurensöhne und Schlampen und weigerten sich, einem erneuten Platzverweis nachzukommen. Als der 24-Jährige zu einem Schlag gegen die Polizeibeamten ausholte, überwältigten und fixierten ihn die Beamtin. Die gleichaltrige Frau mischte sich ein und wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen. Sie beide setzten sich erheblich zur Wehr. Der 23-jährige Begleiter filmte den Einsatz, stimmte in die Beleidigungen ein und bedrohte die Beamten. Die forderten zusätzliche Fahrzeuge an. So konnten alle drei Personen in Gewahrsam genommen werden. Sie wurden in die Wachen nach Lüdenscheid bzw. Iserlohn gebracht. Zeugen überreichten der Polizei ein Päckchen mit Drogen, das der 24-Jährige weggelegt habe. Deshalb wurde eine Strafanzeige geschrieben wegen Betäubungsmittelhandels mit Waffen. Hinzu kommen Anzeigen wegen Widerstands gegen bzw. tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte. Bei der Durchsuchung der 24-jährigen Frau fanden die Beamten ebenfalls ein weißes Pulver. Vermutlich in der Nacht zum Freitag verschwand an einem Haus an der Lennestraße ein Stück des Fallrohres. Außerdem wurde die Hauswand mit Graffiti besprüht. Nach dem Austausch von Nacktfotos werden zwei Männer (23 und 61) aus Altena und Schalksmühle erpresst. Der Schalksmühler hatte die unbekannte Person bei Facebook kennengelernt. Erst gingen Textnachrichten hin und her, dann Nacktbilder. Zunächst bat die Unbekannte den Mann um Geld, weil sie nichts zu essen habe. Der Mann zahlte. Als sie den Ton verschärfte und mit der Drohung verband, seine Fotos an alle seine Kontakte weiterzuschicken, ging der Mann zur Polizei. Der Altenaer kam über die Plattform "Tinder" in den Kontakt zu einer Frau. Auch in diesem Fall gingen nicht nur Texte hin- und her. Auch der Altenaer zahlte zunächst, womit die Sache nicht erledigt war. Das Gegenüber stellte weitere Forderungen. So entschloss sich der Betroffene, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Die warnt ausdrücklich vor dieser als "Sextortion" bekannten Betrugsmasche. Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern Sex und Extortion (=sexuelle Erpressung). Die Täter lauern in sozialen Netzwerken, auf Dating-Plattformen oder schreiben ihre Opfer auf Verdacht per Messenger an. Deshalb sollten Nutzer dieser Medien vorsichtig sein bei Freundschaftsanfragen völlig Fremder. Beim Online-Flirt wird es besonders brenzlig, wenn die Kommunikation auf Videochats wechselt. Wer sensible Daten im Internet preisgibt, muss sich im Klaren sein: So etwas lässt sich nicht mehr "zurückholen". Zu diesen Daten gehören neben Angaben zum vorhandenen Vermögen oder Personalausweis-Kopien eben auch Fotos und Filme - egal ob mit oder ohne Kleidung. Auch zerbrochene Beziehungen führen gelegentlich zu Erpressungsversuchen, wenn während der noch intakten Beziehung allzu freizügige Fotos oder Filme gemacht wurden. Schließlich gibt es noch Erpressungsversuche auf bloßen Verdacht: Die Täter schicken Mails oder Messenger-Nachrichten und behaupten lediglich, heimlich erstellte, kompromittierende Aufnahmen ihrer Opfer zu haben. Irgendjemand bekommt immer ein schlechtes Gewissen und er zahlt "zur Sicherheit". Hinzu kommen in jüngster Zeit die Möglichkeiten KI-generierter Bilder. Wer auf eine der Sexting-Masche hereingefallen ist und auf die Forderungen eingeht, der riskiert jedoch immer weitere Nachforderungen. Deshalb rät die Polizei davon ab, auf Forderungen einzugehen, und stattdessen Anzeige zu erstatten. (cris) Rückfragen von Medienvertretern bitte an: Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis Pressestelle Polizei Märkischer Kreis Telefon: +49 (02371) 9199-1299 E-Mail: pressestelle.maerkischer-kreis@polizei.nrw.de