(KA) Landkreis Karlsruhe – Erneut mehrere Telefon-Betrugsstraftaten
Bislang unbekannte Betrüger kontaktierten im Laufe des gestrigen Tages mehrere Geschädigte telefonisch und waren in zwei Fällen erfolgreich.
Gegen 14:30 Uhr erhielt ein 76-jähriger Geschädigter aus Waghäusel-Kirrlach einen Anruf eines unbekannten Täters, der sich als angeblicher Polizeibeamter aus Mannheim ausgab. Er teilte dem Angerufenen mit, dass sie einer Bande von Betrügern auf der Spur seien. Diese hätten es auf die Goldmünzen des 76-Jährigen abgesehen, die eine vermeintliche Polizeibeamtin im Laufe des Tages begutachten würde. Gegen 23:40 Uhr erschien eine weibliche Person an der Wohnanschrift des Geschädigten in der Spessartstraße und nannte ihm ein zuvor am Telefon vereinbartes Passwort, um in das Haus zu gelangen. Nachdem sie die bereitgelegten Wertgegenstände begutachtet hatte, nahm sie diese an sich und ging in Richtung Taunusstraße davon.
Der entstandene Sachschaden liegt nach derzeitigen Erkenntnissen im unteren sechsstelligen Bereich.
Die Täterin soll bei einer Größe von etwa 160 cm eine normale Statur haben und zwischen 28 und 33 Jahren alt sein. Zum Tatzeitpunkt trug sie wohl eine Jacke aus Lederimitat, die ihr bis zur Hüfte reichte. Sie habe ein osteuropäisches Erscheinungsbild und sprach gebrochen Deutsch.
Auch in Östringen und Berghausen gingen an diesem Tag bei vier weiteren Haushalten betrügerische Anrufe ein. In drei der Fälle gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus, die im Rahmen von angeblichen Ermittlungsverfahren das Vermögen der Geschädigten erfragten. Die Opfer bemerkten jedoch die Betrugsmasche, beendeten die Telefonate und erstatteten im Anschluss Strafanzeige.
Bei einem weiteren Anruf gaben sich die Täter als Bankmitarbeiter aus und täuschten der Geschädigten vor, dass sich Unbekannte Zugriff auf ihr Konto verschafft hätten. Die unrechtmäßigen Überweisungen müsse die Geschädigte am Computer über eine App stornieren. Auf diese Art und Weise gab die 51-jährige Frau im Online-Banking mehrere Aufträge frei. Hierbei handelte es sich nach derzeitigen Erkenntnissen wohl um Echtzeitüberweisungen. Nach Beendigung des Telefonats hatte die Geschädigte bereits keinen Zugriff mehr auf ihre Konten.
Die Höhe des entstandenen Schadens ist aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen.
Zeugen, die im Zusammenhang mit der Tat in Waghäusel-Kirrlach verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter 0721 666 5555 zu melden.
Aus aktuellem Anlass rät die Polizei:
- Werden Sie misstrauisch bei Forderungen nach schnellen
Entscheidungen, Kontaktaufnahme mit Fremden sowie Herausgabe von
persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen.
- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie
den Hörer auf. So werden Sie Betrüger los.
- Wählen Sie die 110 und teilen Sie den Sachverhalt mit. Benutzen
Sie nicht die Rückruftaste, da Sie sonst unter Umständen wieder
bei den Tätern landen.
- Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und
finanziellen Verhältnisse.
- Beraten Sie sich mit Ihrer Familie oder Personen, denen Sie
vertrauen.
- Bringen Sie jeden Betrugsversuch zur Anzeige.Weitere Informationen und Präventionstipps finden Sie unter www.polizei-beratung.de
Anna Breite-Diehl, Pressestelle
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Karlsruhe
Telefon: 0721 666-1111
E-Mail: pressestelle.ka@polizei.bwl.de