Polizei und Pflegedienste im Landkreis Wittmund starten gemeinsames Präventionsprojekt „Kein Anschluss für Betrüger“
Polizei und Pflegedienste im Landkreis Wittmund starten gemeinsames Präventionsprojekt "Kein Anschluss für Betrüger"
Um Seniorinnen und Senioren besser vor Betrugsmaschen zu schützen, geht die Polizei in Wittmund gemeinsam mit dem Pflege- und Seniorenstützpunkt des Landkreises neue Wege. Acht Pflegedienste im Kreisgebiet wurden mit Informationsmaterial der Polizei ausgestattet, welches sie künftig bei ihren Hausbesuchen an ältere Menschen weitergeben und erläutern. Auf diese Weise sollen auch Seniorinnen und Senioren, die allein leben oder kaum noch am öffentlichen Leben teilnehmen, Warnsignale verbreiteter Betrugsformen schnell erkennen und für die Gefahren sensibilisiert werden.
"Menschen, die nicht mehr mobil sind und sich im Alter zunehmend zurückziehen, sind für Betrugsmaschen besonders gefährdet", sagt Polizeioberkommissar Lukas Drieling, Präventionsbeamter beim Polizeikommissariat Wittmund. Wer einsam lebt, redet bei einem Betrugsversuch unter Umständen mit niemandem darüber und trägt den Schaden schlimmstenfalls allein. Im Rahmen des neuen Aufklärungsprojekts "Kein Anschluss für Betrüger" werden Seniorinnen und Senioren in Kooperation mit den Pflegediensten gezielt über Schockanrufe, den Enkeltrick und falsche Polizeibeamte informiert - und erfahren, an wen sie sich wenden können, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt.
"Wir stellen immer wieder fest, dass die Folgen einer Betrugstat die Opfer wirtschaftlich und psychisch sehr stark belasten", sagt Polizeioberrat Jannes Ulferts, Leiter des Polizeikommissariats Wittmund. "Gleichzeitig werden die Täter immer professioneller, sodass ein Betrugsanruf nicht mehr so einfach zu erkennen ist." Um hier entsprechend Aufklärungsarbeit zu leisten, hat Lukas Drieling als Präventionsbeamter das Projekt in Wittmund angestoßen. "Wir sind auf den Pflege- und Seniorenstützpunkt des Landkreises Wittmund zugegangen, haben die Idee vorgestellt und konnten viele Pflegedienste für die Zusammenarbeit gewinnen", berichtet er. "Über diesen Zuspruch freuen wir uns sehr".
Alle beteiligten Dienste wurden inzwischen geschult und haben sowohl ein Informationsschreiben der Polizei als auch ein illustriertes Info-Kärtchen in großer Stückzahl erhalten. Rund 1.250 Seniorinnen und Senioren sollen auf diesem Weg erreicht werden.
An dem Präventionsprojekt beteiligen sich:
- Ambulanter Pflegedienst Sozialstation H. Hildebrand
- Pflegedienst Remmers
- Pflegedienst GbR Faß und Freese
- Frieslandcare
- Tengos Pflegedienst
- AWO Sozialstation
- Ambulante Senioren- und Krankenpflege Medicus
- Das PflegemobilDie Kooperation zwischen Polizei und Pflegediensten soll nicht mit diesem Projekt enden. Beide Seiten wollen einen regen Informationsaustausch pflegen.
Rückfragen bitte an:
Polizeiinspektion Aurich/Wittmund
Pressestelle
Wiebke Baden
Telefon: 04941 606104
E-Mail: pressestelle@pi-aur.polizei.niedersachsen.de