Drohnen im Fokus: Polizei Niedersachsen startet Aufklärungskampagne zum sicheren Umgang

Der Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme (UAS), umgangssprachlich "Drohnen", hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen - im Freizeitbereich ebenso wie im professionellen Umfeld. Um auf Möglichkeiten, Risiken und geltende Regeln aufmerksam zu machen, startet das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen gemeinsam mit der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD NI) und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) am 05. Februar 2026 eine landesweite Social-Media-Kampagne zum verantwortungsvollen Umgang mit Drohnen. Ziel ist es, Drohnenführende für rechtliche Rahmenbedingungen, mögliche Risiken und sicherheitsrelevante Aspekte zu sensibilisieren und so einen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit zu leisten und dabei nicht nur Themen anzusprechen, die in die Zuständigkeit der Polizei fallen. Auch in Niedersachsen wurden den Polizeidienststellen in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt vermeintliche Drohnensichtungen gemeldet. Bis zum 30.01.2026 sind der Polizei Niedersachsen in diesem Jahr 55 Vorfälle mit unbekannten Flugobjekten oder auffälligen Positionslichtern am Himmel bekannt geworden. Im gesamten Jahr 2025 registrierte die Polizei Niedersachsen 435 Vorfälle. Bei den beobachteten Flugobjekten kann in einzelnen Fällen noch nicht mit Sicherheit unterschieden werden, ob es sich um Drohnen oder andere Luftfahrzeuge handelt. Die Ermittlungen dauern an. Mit der zunehmenden gesellschaftlichen Verbreitung und den erheblichen technischen Leistungsparametern - insbesondere hinsichtlich Flughöhe und Reichweite - wächst das Risiko von Fehlverhalten, gefährlichen Situationen und gezielten Störungen. Dies gilt insbesondere für sensible Bereiche wie den Luftraum über großen Menschenansammlungen, sicherheitsrelevante Veranstaltungen sowie die Nähe von Sicherheits-, Militär- und Kritischen Infrastrukturen (KRITIS). Neben der privaten Nutzung häufen sich Sachverhalte, bei denen aufgrund der Qualität und des Flugverhaltens von hochprofessioneller bis hin zu militärischer Drohnentechnik auszugehen ist. Diese Beobachtungen stehen im Zusammenhang mit sogenannten hybriden Bedrohungen, bei denen fremdstaatliche Akteure gezielt zivile und militärische Mittel einsetzen, um gesellschaftliche und politische Strukturen zu stören. Niedersachsen ist aufgrund seiner geografischen Lage mit Nordseezugang sowie der hohen Dichte an Bundeswehrstandorten, Rüstungsbetrieben, Kritischen Infrastrukturen und sensibler Verkehrsinfrastruktur in besonderem Maße betroffen. "Drohnen bieten verschiedene Möglichkeiten - von kommerziellen Luftaufnahmen bis zum kreativen Hobbyflug. Ihr Einsatz erfordert jedoch einen verantwortungsvollen Umgang. Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen kennt und auf dieser Grundlage umsichtig handelt, leistet einen sinnvollen Beitrag für ein besseres Miteinander", erklärt LKA-Präsident Thorsten Massinger. Die Kampagne richtet sich an private und nebenberufliche Drohnennutzende. Im Fokus stehen alltagstaugliche Tipps zum sicheren und legalen Fliegen, Hinweise zu Flugverbotszonen sowie zum richtigen Verhalten in der Nähe von Menschenansammlungen und kritischen Infrastrukturen. Über einen Zeitraum von sechs Monaten werden regelmäßig Beiträge und Inhalte auf den Social-Media-Kanälen des LKA Niedersachsen veröffentlicht, um das Wissen über Vorschriften und mögliche Konsequenzen bei Verstößen zu steigern, den verantwortungsvollen Umgang mit Drohnen zu fördern und sicherheitsrelevante Vorfälle präventiv zu verhindern. Rückfragen bitte an: Landeskriminalamt Niedersachsen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon: 0511 / 9873-1030 E-Mail: pressestelle@lka.polizei.niedersachsen.de