Polizeihund „Lemmy“ erschnüffelt 65 Kilogramm Drogen-Pillen

3 weitere Medieninhalte Ein ungewöhnlich großer Drogenfund gelang der Polizei in Beverungen. Bei der Durchsuchung eines Wohnhauses entdeckte sie künstlich hergestellte Drogen mit einem Gewicht von rund 65 Kilogramm. Der Fund gelang dank der feinen Spürnase des Diensthundes "Lemmy", der die Aufputschpillen an einer ungewöhnlichen Stelle erschnüffelte. Die ganze Geschichte begann damit, dass am 14. Januar eine 24-jährige Frau aus Beverungen mit ihrer zweijährigen Tochter das St. Ansgar Krankenhaus in Höxter aufsuchte. Dem Mädchen ging es allgemein schlecht und es litt an Übelkeit. Die untersuchenden Ärzte stellten fest, dass das Kind offenbar unter Drogen stand. Ein Urintest schlug positiv auf Amphetamine an. Durch Mitarbeiter des Krankenhauses wurde die Polizei eingeschaltet. Die Mutter erzählte daraufhin, dass sie mit ihrer Tochter tags zuvor auf einem Spielplatz gewesen sei und das Kind womöglich im Sandkasten versteckte Drogen gefunden und verschluckt hätte. Die hinzugerufene Polizei hatte ihre Zweifel an dieser Geschichte, suchte dennoch zunächst den Spielplatz nach möglichen Drogenresten ab. Die Beamten und der eingesetzte Spürhund der Polizei wurden aber nicht fündig, woraufhin in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Paderborn eine Wohnungsdurchsuchung an der Anschrift der Frau durch den zuständigen Richter angeordnet wurde. Nach intensiver Suche in verschiedenen Räumlichkeiten wurde Diensthund Lemmy auf einmal fündig: Er schlug an einem Stapel großer Kartons an, in dem Solarpaneele verpackt waren. Erst bei genauer Überprüfung wurde das Drogenversteck auch für die Beamten sichtbar: Auf der Rückseite der Solarpaneele war in der Wohnung durch den 27-jährigen Lebensgefährten der Kindesmutter eine Schicht Epoxidharz aufgetragen worden, in dieser festen Masse waren die illegalen Aufputsch-Tabletten eingegossen worden. Insgesamt wurden 14 Solarpaneele entdeckt, auf zwölf Paneelen waren die Amphetamine bereits fertig eingegossen. Zwei weitere Paneele waren schon mit Pillen bestückt, aber noch nicht versiegelt. Darüber hinaus fanden die Einsatzkräfte in der Wohnung noch Folienschweißbeutel mit weiteren Captagonpillen mit einem Gewicht von rund 30 Kilogramm. Insgesamt wurden etwa 65 Kilogramm der chemisch erzeugten Drogen sichergestellt. Der Straßenverkaufswert dieser Menge liegt schätzungsweise im siebenstelligen Bereich. Die Frau und der Mann wurden am 16. Januar auf Antrag der Staatsanwaltschaft Paderborn durch einen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Paderborn in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen dauern an. Um die Betreuung des Mädchens, das das Krankenhaus mittlerweile verlassen konnte, kümmert sich das Jugendamt. Rückfragen bitte an: Kreispolizeibehörde Höxter - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Bismarckstraße 18 37671 Höxter Telefon: 05271-962-1520 E-Mail: pressestelle.hoexter@polizei.nrw.de Ansprechpartner außerhalb der Bürozeiten: Leitstelle Polizei Höxter Telefon: 05271 962 1222