Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heilbronn und des Polizeipräsidiums Heilbronn
Ermittlungserfolg in Betrugsfall "Falsche Polizeibeamte"
Dank intensiver Ermittlungen der Ermittlungsgruppe "Callcenter", die bei der Kriminalinspektion 3 der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn angesiedelt ist, konnte ein weiterer Fall von Betrug durch "falsche Polizeibeamte" aufgeklärt werden. Die Täter hatten sich in mehreren Anrufen als angebliche "Polizeibeamte" ausgegeben und einen Mann aus einem Eppinger Teilort dazu gebracht, Gold im niedrigen sechsstelligen Wert zu übergeben.
Am 4. Februar erhielt der Mann einen Anruf von einem vermeintlichen "Kriminalbeamten", der von einer Einbrecherbande berichtete, die in der Region tätig sei. Der Anrufer erklärte, dass die Polizei Gold benötigen würde, um die Täter zu überführen. Zudem wurde dem Opfer unter Androhung von strafrechtlichen Konsequenzen die Pflicht zur Mitwirkung auferlegt, was den Mann davon überzeugte, der Forderung nachzukommen.
In den folgenden zwei Wochen erfolgte an zwei Tagen die Übergabe einer größeren Menge Gold, die das Opfer zuvor über seine Bank bestellt hatte. Bei den Übergaben sollen die Tatverdächtigen gefälschte Dienstausweise der Polizei Baden-Württemberg auf dem Mobiltelefon mit sich geführt und dem Betrogenen vorgezeigt haben. Bevor eine dritte Übergabe stattfinden konnte, wurde das Opfer jedoch stutzig und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Hierdurch gelang es den ermittelnden Kriminalbeamten, einen 21-Jährigen im Rahmen einer fingierten Übergabe am 26. Februar festzunehmen. Ein 23-jähriger, mutmaßlicher Komplize wurde ebenfalls noch am selben Tag durch die Kriminalpolizei Stuttgart an seiner Wohnanschrift in Stuttgart festgenommen. Beide Tatverdächtigen, bei denen es sich um deutsche Staatsangehörige handelt, wurden einem Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt. Dieser setzte die von der Staatsanwaltschaft Heilbronn beantragten Haftbefehle wegen bandenmäßigen Betrugs in Vollzug. Die beiden Männer wurden daraufhin in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
Die weiteren Ermittlungen zu möglichen weiteren Taten und Tatbeteiligten dauern an.
Präventive Tipps der Polizei:
- Seien Sie immer misstrauisch, wenn angebliche Polizeibeamte in
einer telefonischen oder persönlichen Anfrage ungewöhnliche
Forderungen stellen.
- Echte Polizeibeamte fordern niemals Bargeld oder Wertsachen zur
"Sicherung" von Ermittlungen.
- Zeigen Ihnen Personen einen Dienstausweis, vergewissern Sie
sich, dass dieser echt ist. Bei Zweifeln rufen Sie umgehend die
110 an, um die Echtheit des Dienstausweises zu verifizieren.
- Lassen Sie keine persönlichen Daten oder Wertsachen an Fremde
heraus, und teilen Sie keine Bankverbindungen oder
Sicherheitsinformationen am Telefon.
- Informieren Sie im Verdachtsfall sofort die Polizei und lassen
Sie sich beraten.Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Heilbronn
Telefon: +49 (0) 7131 104-1010
E-Mail: HEILBRONN.PP.STS.OE@polizei.bwl.de