Lovescam: Auf Liebesschwüre folgen Forderungen

Gerade noch rechtzeitig hat eine Seniorin aus Balve einen Lovescamer erkannt und Anzeige bei der Polizei erstattet. Vor drei Wochen bändelte ein Unbekannter in dem sozialen Netzwerk Facebook mit ihr an. Sie tauschen die Handynummern aus und der Unbekannte erklärte der Balverin seine Liebe. Er berichtete, dass er als Soldat in Aleppo diene. Das Unheil nahm seinen Lauf. Er habe zusammen mit Kameraden ein Millionen-Geschenk bekommen, dass er nun über das Rote Kreuz nach Deutschland weiterschicke wolle. Dazu bat der Unbekannte die Balverin, ihre Adresse zur Verfügung zu stellen. Das tat sie. Allerdings erreichte sie am Dienstag eine Geldforderung: Das Paket werde in Polen bei einer Behörde "festgehalten" und sie müsse nun eine vierstellige Summe zahlen, damit das Paket freigeben werden könne. Darauf erstattete die Balverin Anzeige bei der Polizei wegen Betrugsverdacht. Darauf deutet in der Tat alles hin: Unbekannte sprechen ihre Opfer auf Facebook oder Datingplattformen an. Während bei der zweiten Variante Liebesbezeugungen zu erwarten sind, beginnt der Flirt auf Facebook meist ganz harmlos mit einem "Dein Profilbild gefällt mir". Doch die Betrüger kommen schnell zur Sache. Schon nach wenigen Tagen werden Liebesschwüre getätigt und nach wenigen Wochen Heiratsanträge. Manche Betrüger fahren auch die Promi-Masche und geben sich als Star aus. Von allen Prominenten gibt es in sozialen Netzwerken unzählige Fake-Profile mit Zahlenzusatz. Zu persönlichen Kontakten kommt es nicht, weil die Täter angeblich im Militäreinsatz im entfernten Ausland, auf langen Geschäftsreisen oder anderen Auslandsmissionen als Arzt oder Pfleger sind. Doch der eigentliche Zweck wird schnell klar. Entweder, die Unbekannten kommen in finanzielle Notlagen und bitten ihre vermeintlichen Liebschaften um Unterstützung. Oder die Opfer sollen Pakete in Empfang nehmen und weiterleiten - wie im Fall der Balverin. Dabei gibt es wiederum zwei wesentliche Varianten: Entweder, die Pakete kommen angeblich ins Stocken und hohe Gebühren müssen gezahlt werden. Oder die Pakete kommen tatsächlich an. Doch der Inhalt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht legal und die Opfer geraten in die Gefahr, selbst in den Fokus der Ermittler zu geraten. Das Geschäft scheint lukrativ zu sein, denn vom Homeoffice oder Callcenter im außereuropäischen Ausland lassen sich relativ sicher und bequem fast zeitgleich mit unzähligen Opfern Liebesschwüre austauschen und Betrügereien begehen. Deshalb: Vorsicht beim Online-Flirt - spätestens, wenn's ums Geld geht. (cris) Rückfragen von Medienvertretern bitte an: Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis Pressestelle Polizei Märkischer Kreis Telefon: +49 (02371) 9199-1299 E-Mail: pressestelle.maerkischer-kreis@polizei.nrw.de