Hoher Schaden: Sexuelle Erpressung im Internet („Sextortion“)

Rotenburg. Ende Februar wurde ein 21-jähriger Mann im Landkreis Rotenburg Opfer von sogenannter "Sextortion". Dabei handelt es sich um eine Form der sexuellen Erpressung im Internet, bei der Täter zunächst einen Online-Flirt aufbauen, um ihre Opfer zur Übersendung intimer Bilder oder Videos zu bewegen. Im Anschluss drohen die Täter damit, die Aufnahmen an Freunde, Familie oder Arbeitskollegen zu verbreiten, und fordern Geldzahlungen. Für die Betroffenen stellt dies eine erhebliche psychische Belastung dar, sodass es nicht selten zu Zahlungen kommt. Besonders problematisch ist, dass die Täter nach ersten Zahlungen häufig weitere Forderungen stellen und den Druck auf die Opfer erhöhen. Im vorliegenden Fall überwies der 21-Jährige in mehreren Tranchen insgesamt rund 4.000 Euro. Die Ermittlungen dauern an. + So schützen Sie sich vor "sexueller Erpressung" + - Verschicken Sie keine Nacktaufnahmen. - Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an. - Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreeinstellungen. - Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber. - Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu. - Im Zweifel: Kleben Sie die Kamera zunächst ab, um lediglich verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten. - Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in (Video-)Chats zu. - Halten Sie Betriebs- sowie Virenschutzsysteme auf Ihren Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer immer auf dem aktuellen Stand, um sich vor Schadsoftware, sogenannter Malware, zu schützen. Es gibt Malware, die Ihre Webcam problemlos aktiviert und Sie damit jederzeit filmen kann.+ Falls Sie bereits erpresst werden + - Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung meist nicht auf. - Gehen Sie den Forderungen der Erpresser generell nicht nach. - Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. - Kontaktieren Sie den Betreiber der Seite und veranlassen Sie, dass das Bildmaterial gelöscht wird. Nicht angemessene Inhalte kann man dem Seitenbetreiber über eigens hierfür eingerichtete Buttons melden. - Machen Sie auf die Strafbarkeit der Handlung aufmerksam. - Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, reagieren Sie nicht auf Nachrichten. - Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer lokalen Polizeidienststelle auf und sprechen Sie das weitere Vorgehen ab.Medienanfragen bitte an: Polizeiinspektion Rotenburg Pressestelle Marvin Teschke Telefon: 04261/947-104 E-Mail: pressestelle@pi-row.polizei.niedersachsen.de Außerhalb der Geschäftszeiten: (Wochenende / Feiertage / Nachts) Polizeiinspektion Rotenburg | Dienstabteilungsleitung Telefon: 04261 947-116