Kreis Recklinghausen/Bottrop: Frühjahr ist Hochsaison für Wildunfälle – Polizei gibt Tipps für richtiges Verhalten

Die Zahl der Wildunfälle auf den Straßen im Kreis Recklinghausen und Bottrop ist im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt 726 Wildunfälle wurden registriert. Im Jahr davor waren es 685. Besonders häufig kam es in den Monaten März, April und Mai zu Zusammenstößen mit Rehen oder anderen Wildtieren. Die gute Nachricht: Die überwiegende Mehrheit dieser Unfälle ist glimpflich ausgegangen. In den allermeisten Fällen blieb es bei Blechschäden an den Fahrzeugen. Abgesehen natürlich von den Tieren, die die Zusammenstöße oftmals nicht überleben. Ein Blick auf die Auswertung zeigt, dass im April die meisten Wildunfälle passierten - dicht gefolgt von den Monaten März und Mai. Die Hauptunfallzeiten liegen in der Dämmerung (zwischen 17 und 21 Uhr sowie zwischen 5 und 8 Uhr morgens). Besonders betroffen sind Straßenabschnitte mit dichtem Wald- oder Feldrand. In Haltern am See und Dorsten kam es auch im Jahr 2025 am häufigsten zu Wildunfällen. Die wenigsten Wildunfälle wurden in Herten gezählt. Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmenden, in den kommenden Wochen besonders wachsam zu sein. Völlig ausschließen lassen sich Wildunfälle nie, aber jeder kann seinen Teil dazu beitragen, die Gefahr zu minimieren. Folgende Verhaltensregeln helfen, Wildunfälle zu verhindern: - Tempo drosseln: Besonders auf Straßen mit dem Verkehrszeichen "Wildwechsel" sowie an Waldrändern, Feldwegen und Gewässernähe. Je langsamer Sie fahren, desto kürzer ist der Bremsweg. - Vorausschauend fahren: Rechnen Sie auch außerhalb beschilderter Bereiche mit Wild, das plötzlich die Fahrbahn queren könnte - vor allem in der Dämmerung und nachts. - Bremsbereit sein: Lassen Sie den Fuß vom Gas, wenn Sie Wald- oder Feldränder passieren. Halten Sie ausreichend Abstand zum Fahrbahnrand. - Bei Sichtung eines Tieres: Abblenden, hupen (Töne vertreiben Wild oft) und sofort kontrolliert bremsen. Auf keinen Fall abrupt ausweichen - das führt häufig zu schweren Unfällen mit Bäumen, Leitplanken oder Gegenverkehr. Die Devise lautet: "Lieber eine Kollision mit dem Tier als ein Frontalzusammenstoß." - Besondere Vorsicht in der Dämmerung: Die Hauptaktivitätszeiten von Reh, Wildschwein etc. sind früher Morgen, Abend und Nacht.Nach einem Wildunfall: - Unfallstelle absichern: Warnblinker sofort einschalten, Warndreieck in ausreichendem Abstand (ca. 100-150 m) aufstellen. Eigenschutz hat oberste Priorität. - Polizei rufen (Notruf 110): Auch wenn das Tier geflüchtet ist oder scheinbar keinen Schaden gab. Die Polizei dokumentiert den Unfall, stellt den Jagdpächter oder zuständigen Förster und kümmert sich um das Tier. - Nicht dem Tier nachlaufen: Überlassen Sie die Suche dem Fachpersonal. - Kein totes Tier mitnehmen: Wilderei ist keine Bagatelle - wer ein angefahrenes Wild einsteckt, macht sich strafbar. Die Polizei oder der Jagdpächter entscheiden über die Verwertung des Tieres. - Auch bei geringem Schaden - immer melden. Ohne Meldung kann später keine Versicherungsleistung für Fahrzeugschäden erbracht werden.Rückfragen für Medienschaffende bitte an: Polizeipräsidium Recklinghausen Pressestelle Annette Achenbach Telefon: 02361 55 1033 E-Mail: pressestelle.recklinghausen@polizei.nrw.de Verfolgen Sie unsere Meldungen auch auf: