(Trossingen, Lkr. Tuttlingen) Betrüger erbeuten mit Schockanruf mehrere zehntausend Euro – Polizei warnt erneut vor dieser Telefonbetrugsmasche! (11.05.2026)
Mehrere zehntausend Euro haben Telefonbetrüger am Montagmittag mit der Masche des "Schockanrufs" erbeutet. Am Vormittag erhielt ein Mann einen Anruf eines Unbekannten der vorgab, dass die Tochter einen Unfall verursacht habe, bei dem sie selbst und eine schwangere Frau schwer verletzt worden seien. Für die erforderliche Behandlung und um eine drohende Haftstrafe abzuwenden, sei nun die Bezahlung von 70.000 Euro erforderlich. Ein Herr Müller komme zeitnah vorbei, um das Geld abzuholen.
Gegen 11.30 Uhr übergab der Mann in Sorge um seine Tochter schließlich einen größeren Geldbetrag an der Wohnanschrift an besagten Herr Müller.
Mit derselben Masche erbeuteten mutmaßlich die gleichen Betrüger wenig später bei einer lebensälteren Frau ebenfalls über 10.000 Euro.
Zu dem unbekannten Herr Müller liegt folgende Beschreibung vor: etwa 25 Jahre alt und ungefähr 170 Zentimeter groß. Er hatte dunkle, fast schwarze Haare und trug eine Bauch- oder Umhängetasche bei sich.
Die Betrüger riefen offensichtlich gezielt russisch sprechende Personen an und führten anschließend auch das ganze folgende Gespräch in russischer Sprache.
Zeugen, denen der Mann am Vormittag in der Straße "In den Rosenäckern" oder gegen Mittag in der Kirchstraße aufgefallen ist, werden gebeten, sich unter der Tel. 07424 9318-0 beim Revier Spaichingen zu melden.
Bei den sogenannten "Schockanrufen" rät die Polizei dringend, sofort aufzulegen und über die bekannte Nummer mit Sohn, Tochter, Enkel oder Nichte direkt Kontakt aufzunehmen. Können diese nicht sofort erreicht werden, sollte man sich auf keinen Fall unter Druck setzen lassen und sich gegebenenfalls zunächst bei Bekannten oder bei der Polizei Rat holen.
Die Polizei und andere Amtsträger fragen nicht nach Wertsachen und fordern auch kein Geld!
Sollten Sie einen Anruf eines solchen angeblichen Polizisten oder Amtsträgers erhalten, legen Sie sofort auf und wählen Sie den Polizeinotruf 110.
Haben die Betrüger Sie dazu gebracht, Bargeld und Wertgegenstände bei einer Bank abzuholen, so nehmen Sie die Hinweise der Bankmitarbeiter, dass es sich um einen Betrug handeln könnte, ernst und hinterfragen die Situation - auch wenn Sie in Sorge um Ihre Liebsten sind!
Am ehesten lässt sich der Anruf eines Telefonbetrügers jedoch durch das Löschen des Telefonbucheintrags vermeiden, da die Betrüger in der Regel nach Vornamen suchen, die vermeintlich älteren Menschen zugeordnet werden.
Informationen zum Ändern oder Löschen von Telefonbucheinträgen sowie weitere Tipps und Hinweise finden Sie auf der Infoseite der Polizeilichen Kriminalprävention zum Thema "Betrug durch falsche Polizisten" unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/
Sollten Sie selbst nicht die Möglichkeit haben, die Unterlagen einzusehen, herunterzuladen oder auszudrucken, bitten Sie Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn um Hilfe - oder wenden Sie sich an Ihr örtliches Polizeirevier.
Sensibilisieren Sie insbesondere lebensältere Menschen in Ihrem Umfeld bezüglich dieser Betrugsmasche!
Rückfragen bitte an:
Katrin Rosenthal
Polizeipräsidium Konstanz
Pressestelle
Telefon: 07531 995-3355
Durchwahl: 07531 995-1014
E-Mail: konstanz.pressestelle@polizei.bwl.de