Schockanrufe bei zwei Seniorinnen – Betrüger gehen leer aus
Pressemitteilung der Polizeidirektion Schwalm-Eder vom 19.05.2026:
Schwalmstadt
Am Montag, 18.05.2026, kam es im Homberger Weg in Schwalmstadt-Treysa zu zwei versuchten Betrugsdelikten zum Nachteil älterer Menschen. In beiden Fällen versuchten unbekannte Täterinnen durch sogenannte Schockanrufe Geld von Seniorinnen zu erlangen. Die Kriminalpolizei Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen.
Zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr kontaktierte eine unbekannte Anruferin telefonisch eine Seniorin und gab sich als deren Nichte aus. Im weiteren Gespräch behauptete die Täterin, einen Verkehrsunfall verursacht zu haben und nun eine Kaution in Höhe von 85.000, - Euro zu benötigen. Zur Abholung des Geldes kündigte sie das Erscheinen einer Person an der Wohnanschrift an. Das Gespräch wurde in russischer Sprache geführt.
Gegen 16:00 Uhr erschien tatsächlich ein unbekannter Mann an der Wohnanschrift der Seniorin, um das geforderte Geld abzuholen. Der Ehemann der Seniorin, der sich ebenfalls in der Wohnung befand, forderte den Mann auf, sich auszuweisen. Daraufhin entfernte sich der Unbekannte von der Örtlichkeit, ohne Bargeld oder Wertgegenstände entgegenzunehmen.
Der Mann wird wie folgt beschrieben: etwa 25 Jahre alt, ca. 175 bis 180 Zentimeter groß, kurze schwarze Haare, Brillenträger, war bekleidet mit einer schwarzen Mütze, einer schwarzen Weste, einem schwarzen Hemd und einer dunklen Hose. Er sprach Russisch.
Zu einem weiteren versuchten Betrug kam es gegen 17:00 Uhr ebenfalls im Homberger Weg. Eine unbekannte Anruferin meldete sich bei einer Seniorin und gab sich als ihre Tochter aus. Im Verlauf des Gesprächs behauptete die Täterin, in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen zu sein, bei dem eine schwangere Frau verletzt worden sei. Zur Vermeidung weiterer Konsequenzen werde nun kurzfristig ein Geldbetrag in Höhe von 120.000, - Euro benötigt. Auch dieses Gespräch wurde in russischer Sprache geführt.
Zu einer Geldübergabe oder einem persönlichen Treffen kam es in diesem Fall nicht. Die Seniorin kontaktierte zunächst Verwandte und anschließend ihre Tochter. Hierbei stellte sich heraus, dass kein Unfallgeschehen vorlag und es sich um einen Betrugsversuch handelte.
Die weiteren Ermittlungen hat das für Straftaten zum Nachteil älterer Menschen (SÄM) zuständige Kommissariat der Kriminalpolizei in Kassel übernommen.
Zeuginnen und Zeugen, die am Montag verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Homberger Wegs beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561/9100 zu melden.
Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang erneut vor sogenannten Schockanrufen. Betrüger geben sich hierbei häufig als Angehörige oder Amtspersonen aus und schildern angebliche Notlagen, um hohe Geldbeträge oder Wertgegenstände zu erlangen. Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichte fordern niemals telefonisch die Übergabe hoher Geldbeträge oder Wertgegenstände. Betroffene sollten in solchen Fällen misstrauisch sein, das Gespräch beenden und Angehörige oder die Polizei kontaktieren.
Yvonne Winter, KHK`in - Pressesprecherin -
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