Niederbayern: Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche mit russischsprachigen Schockanrufen
NIEDERBAYERN. Derzeit häufen sich im gesamten Bereich Niederbayern Fälle von Telefonbetrug mit einer neuen Vorgehensweise. Die Täter kontaktieren dabei gezielt russischsprachige Personen und führen die Gespräche bewusst in deren Muttersprache. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche und gibt wichtige Präventionshinweise.
Im Zusammenhang mit sogenannten „Schockanrufen“ verzeichnet die Polizei aktuell eine deutliche Zunahme von Fällen, bei denen die Täter gezielt Personen auswählen, mit denen Gespräche in russischer Sprache geführt werden können. Durch die Kommunikation in der jeweiligen Muttersprache gelingt es den Tätern oftmals leichter, Vertrauen aufzubauen und die Angerufenen emotional unter Druck zu setzen.
Die Anrufer geben sich hierbei häufig als Polizeibeamte, Staatsanwälte, Krankenhausmitarbeiter oder andere Amtspersonen aus. In den Gesprächen schildern sie angebliche Notlagen naher Angehöriger. Oftmals wird behauptet, ein Familienmitglied habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht oder befinde sich nach einem Unglück in einer akuten Notsituation. Zur Abwendung angeblicher strafrechtlicher Konsequenzen oder zur Freilassung eines Angehörigen fordern die Täter die Übergabe von Bargeld, Schmuck oder sonstigen Wertgegenständen.
Besonders perfide ist hierbei die gezielte Ansprache in russischer Sprache. Die Täter versuchen dadurch, eine persönliche Nähe zu schaffen und das Vertrauen der Angerufenen schneller zu gewinnen. Gleichzeitig erhöhen sie durch dramatische Schilderungen und Zeitdruck den psychischen Druck auf die Betroffenen. In mehreren Fällen kam es bereits zu Geldübergaben.
Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass weder Polizeibeamte noch Staatsanwälte oder Mitarbeiter von Gerichten oder Krankenhäusern telefonisch Geldforderungen stellen oder die Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen verlangen.