Motorradkontrolle auf der L 3196: Über zwei Dutzend Geschwindigkeitsverstöße festgestellt – Schwerer Unfall kurz nach Einsatzende
(lei) Erneut haben Polizeikräfte am Samstag motorisierte Zweiräder und deren Fahrer auf der Landesstraße 3196 zwischen Steinau und dem Stadtteil Marjoß kontrolliert. Die kurvenreiche Strecke gilt seit vielen Jahren als beliebte Motorradroute, ist jedoch zugleich immer wieder Schauplatz schwerer und teils tödlicher Verkehrsunfälle. Auch in diesem Jahr kam es dort bereits zu mehreren schweren Crashs unter Beteiligung von Kradfahrern (wir berichteten).
Beamtinnen und Beamte der Polizeidirektion Main-Kinzig sowie der Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste führten die Kontrollmaßnahmen zwischen 9 Uhr und 15.30 Uhr im Rahmen der europaweiten ROADPOL-Schwerpunktaktion "2-Wheeler" durch. Neben allgemeinen Verkehrskontrollen standen insbesondere Geschwindigkeitsmessungen im Fokus. Hintergrund sind ein feststellbarer Anstieg von Alleinunfällen - insbesondere in Kurvenbereichen - infolge nicht angepasster Geschwindigkeit sowie wiederkehrende Beschwerden über erhebliche Lärmbelästigungen entlang des überregional bekannten Straßenabschnitts.
Am Vormittag registrierten die Einsatzkräfte bei einer Messung in Fahrtrichtung Steinau 17 Geschwindigkeitsverstöße bei insgesamt 98 erfassten Fahrzeugen. Dabei fiel auch eine sechsköpfige Motorradgruppe aus Nordrhein-Westfalen auf. Drei der Fahrer überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 21 bis 27 km/h.
Bei weiteren Messungen am Nachmittag in Fahrtrichtung Marjoß dokumentierten die Kontrollkräfte neun weitere Geschwindigkeitsverstöße. Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung des Tages stellten die Einsatzkräfte bei einem Motorradfahrer aus dem Vogelsbergkreis fest. Er wurde kurz vor Abschluss der Kontrollmaßnahmen mit 129 km/h (nach Abzug der Messtoleranz) bei erlaubten 80 km/h gemessen. Ihn erwarten nun ein Bußgeld von 320 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister sowie ein einmonatiges Fahrverbot. Insgesamt wurden 207 Fahrzeuge gemessen, wobei rechnerisch gut jeder Achte zu flott unterwegs war. Auch zwei Gurtverstöße wurden geahndet.
Darüber hinaus stoppten die Beamtinnen und Beamten im Rahmen einer Verkehrskontrolle einen 25 Jahre alten Autofahrer, der unter dem Einfluss von THC unterwegs war. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Die Kontrollmaßnahmen wurden nach Wahrnehmung der Einsatzkräfte sowohl von regelkonformen Verkehrsteilnehmern als auch von einem Großteil der festgestellten Verkehrssünder positiv aufgenommen.
Wie wichtig angepasstes und vorausschauendes Fahren ist und wie notwendig gleichzeitig derartige Kontrollen sind, zeigte sich bereits kurz nach deren Ende: Gegen 17 Uhr verlor ein 68 Jahre alter Motorradfahrer aus Nordrhein-Westfalen auf der Strecke die Kontrolle über sein Zweirad in einer Kurve und stürzte. Der Mann erlitt Knochenbrüche an den Extremitäten und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum nach Fulda geflogen.
Die Polizei wird die Kontrollen auf der Strecke auch künftig fortsetzen. Ziel bleibt es, die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden nachhaltig zu erhöhen.
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