Nach zwei Vorfällen im Stadtgebiet: Polizei rät zur Vorsicht bei Treffen über Dating-Apps
(lei) Die Kriminalpolizei in Offenbach hat derzeit zwei Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung auf dem Tisch, bei denen sie einen möglichen Zusammenhang prüft und gleichzeitig zur Vorsicht bei Online-Verabredungen mahnt. In beiden Fällen geht es um gewaltsame Übergriffe, die in Sachen Tatzeit, Tatbegehungsweise und Tatmittel markante Parallelen aufweisen.
Einer der Fälle trug sich wie berichtet am Samstagabend, gegen 21.30 Uhr, auf dem Spielplatz in der Eberhard-von-Rochow-Straße zu (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43561/6290176 - Meldung Nr. 5). Ein 21-Jähriger soll dabei von mehreren und teilweise maskierten unbekannten Jugendlichen beziehungsweise jungen Männern geschlagen, getreten und mit einer Pfeffer-Pistole beschossen worden sein.
Neben diesem Fall beschäftigen sich die Ermittler mit einem ähnlichen Sachverhalt, der sich drei Tage zuvor im Brunnenweg zutrug. Hier, im Bereich der 30er-Hausnummern, war ein 40-Jähriger am Mittwochabend, kurz nach 23 Uhr, vor einem Mehrfamilienhaus ebenfalls auf mehrere dunkel gekleidete Personen mit jugendlichem Erscheinungsbild getroffen. Die Unbekannten, die ebenso maskiert waren, sollen ihn unter anderem festgehalten und auf ihn eingeprügelt haben - offenbar auch mit einem "harten Gegenstand". Zudem hätten auch sie eine Pfeffer-Pistole mitgeführt, jedoch nicht eingesetzt.
Die zwei Angegriffenen mussten infolge der Attacken zur weiteren Behandlung von Verletzungen ins Krankenhaus. In beiden Fällen, so die bisherigen Erkenntnisse der Beamten, hatten sich die Opfer zuvor über Dating-Apps zu Treffen an den späteren Tatorten verabredet, wo sie wider Erwarten nicht ihrem Date, sondern den Tätern begegneten. Sie wurden offenbar gezielt zu den Treffpunkten gelockt.
Nutzerinnen und Nutzer solcher Apps sollten deshalb bei Erstkontakten besondere Vorsicht walten lassen und Kennenlernorte wählen, an denen Hilfe und Zeugen schnell verfügbar sind. In beiden Fällen bittet die Polizei nicht nur weiterhin um Zeugenhinweise unter der Rufnummer 069 8098-1234, sondern auch um Vorsicht - ihre Tipps lauten:
- Treffen Sie sich bei einem ersten Date möglichst an einem
öffentlichen, gut besuchten Ort wie etwa ein Café, Restaurant
oder ein belebter Platz.
- Vermeiden Sie es, sich bei einem ersten Kennenlernen an
abgelegenen Orten, in Parks, auf Spielplätzen oder in wenig
frequentierten Wohngebieten zu verabreden.
- Informieren Sie vor dem Treffen eine Vertrauensperson darüber,
wo, wann und mit wem Sie sich treffen. Teilen Sie gegebenenfalls
den Standort Ihres Mobiltelefons.
- Vereinbaren Sie, sich nach dem Treffen bei Freunden oder
Angehörigen zu melden.
- Seien Sie misstrauisch, wenn Ihr Gegenüber kurz vor dem Treffen
den vereinbarten Ort spontan an einen abgelegenen Treffpunkt
verlegen möchte.
- Prüfen Sie Profile in Dating-Apps kritisch. Fehlende Fotos,
widersprüchliche Angaben oder ein Drängen auf ein schnelles
persönliches Treffen können Warnsignale sein.
- Nutzen Sie nach Möglichkeit die Kommunikationsfunktionen der
Dating-App und geben Sie persönliche Daten wie Wohnadresse,
Arbeitsplatz oder finanzielle Informationen nicht vorschnell
preis.
- Sollten mehrere Personen statt der erwarteten Verabredung
erscheinen oder sollten Ihnen andere Umstände ungewöhnlich
vorkommen, suchen Sie sofort einen sicheren Ort auf und
verständigen Sie gegebenenfalls die Polizei.
- Wählen Sie in einer akuten Gefahrensituation unverzüglich den
Polizeinotruf 110.Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Südosthessen
- Pressestelle -
Spessartring 61
63071 Offenbach am Main
Telefon: 069 / 8098 - 1210 (Sammelrufnummer)
Thomas Leipold (lei) - 1201 oder 0160 / 980 00745
Felix Geis (fg) - 1211 oder 0162 / 201 3806
Claudia Benneckenstein (cb) - 1212 oder 0152 / 066 23109
Maximilian Edelbluth (me) - 1213 oder 0160 / 96487309
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