Kreis Steinfurt, Polizei warnt vor betrügerischen Goldankäufern, verdächtige Pop-up-Geschäfte im Kreis Steinfurt befürchtet
Die Kreispolizeibehörde Steinfurt warnt aus aktuellem Anlass vor einer bundesweit aktiven Betrugsmasche mit vermeintlich lukrativen Gold- und Pelzankäufen.
Der Polizei liegen mehrere Strafanzeigen vor, bei denen Geschädigte aus dem Kreisgebiet Goldbarren oder -münzen zu einem sehr guten Preis verkaufen wollten. Am Ende erhielten sie aber nur eine geringe Anzahlung, das Gold ist weg. Die Anzeigen beziehen sich in diesen Fällen auf ein angebliches Goldankaufgeschäft, das kürzlich in Lotte eröffnet hatte. Es ist nun nicht mehr vorhanden.
Der Polizei ist dies auch aus anderen Bundesländern bekannt. Die finanziellen Schäden liegen im vierstelligen, teils im fünfstelligen Eurobereich. Es handelt sich bei den Betrügern um reisende Täterbanden. Es ist nicht auszuschließen, dass solche Gruppen in den Städten und Gemeinden des Kreises Steinfurt weitere "Geschäfte" eröffnen.
Die Masche - so gehen die Betrüger vor
Die Täter schalten großflächige Werbeanzeigen in lokalen Zeitungen oder werfen Flyer ein. Sie werben offensiv mit dem Ankauf von Gold jeglicher Art und Pelzmänteln zu extremen Höchstpreisen - oft werben sie mit utopischen Aufschlägen wie "25 % über dem Marktwert".
Um Vertrauen zu schaffen und den Anschein eines seriösen, lokalen Unternehmens zu erwecken, mieten sich die Betrüger kurzfristig in leerstehende Gewerbeimmobilien ein. Meist fehlen im Werbematerial klare Firmenangaben, Steuernummern oder ein nachvollziehbares Impressum.
Das dicke Ende im Laden
Kunden werden in einem solchen Pop-up-Store aufgefordert, ihre Wertsachen für eine "genaue Wertschätzung" oder "externe Prüfung" dazulassen oder es erfolgen lediglich Anzahlungen eines Bruchteils des tatsächlichen Goldwertes, mit dem Versprechen die Restsumme später zu überweisen.
Das böse Erwachen folgt nur wenige Tage später: Die Geschäftsräume sind plötzlich komplett leergeräumt. Die Betrüger sind mit dem Gold über alle Berge, und die Opfer sehen keinen einzigen Cent.
Wichtige Verhaltenstipps der Polizei zum Schutz des Eigentums:
- Misstrauen bei Traumpreisen: Seien Sie extrem vorsichtig bei
auffällig offensiven Angeboten, die deutlich über dem aktuellen
Marktwert liegen oder künstlichen Zeitdruck erzeugen ("Nur noch
bis Samstag in Ihrer Stadt!").
- Händler im Vorfeld prüfen: Recherchieren Sie genau, wer hinter
dem Angebot steckt. Gibt es eine feste Adresse, ein Impressum
oder Online-Bewertungen? Seriöse Goldankäufer vor Ort betreiben
ihre Geschäfte in der Regel über viele Jahre hinweg am selben
Standort. Im Zweifel können Sie sich über die Industrie- und
Handelskammern informieren. Ziehen Sie möglicherweise einen
Gutachter hinzu.
- Angebote vergleichen: Lassen Sie sich nicht überrumpeln. Holen
Sie im Idealfall immer mehrere Angebote von etablierten, lokalen
Juwelieren oder Scheideanstalten ein, um vergleichen zu können.
Nehmen Sie zu Verkaufsgesprächen eine Vertrauensperson mit.
- Niemals Ware zurücklassen: Übergeben Sie Ihr Gold niemals ohne
direkte Barauszahlung. Bestehen Sie zwingend auf einen
schriftlichen Kaufvertrag, der alle Eckdaten und das exakte
Gewicht des Verkaufs rechtssicher dokumentiert.
- Keine Haustürgeschäfte: Lehnen Sie angebotene Hausbesuche oder
Werber an der Haustür grundsätzlich ab. Lassen sie niemals
Unbekannte in Ihr Haus oder Ihre Wohnung.Hinweise bitte an die Polizei
Haben Sie im Kreis Steinfurt verdächtige Werbeflyer im Briefkasten gefunden, beobachten Sie die kurzfristige Eröffnung eines solchen Pop-up-Geschäfts in einer leerstehenden Immobilie oder sind Sie bereits geschädigt worden? Melden Sie Ihre Beobachtungen bitte umgehend der Kreispolizeibehörde Steinfurt unter der Rufnummer 02551/15-0.
Weitere Tipps zum sicheren Verkauf von Gold gibt es bei der Verbraucherzentrale:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/gold-verkaufen-so-erzielen-sie-den-besten-preis-fuer-ihr-altgold-51721
Zusatzinfo: Thema unseriöse Dienstleister
Neben Infoflyern zum Thema Goldankauf finden sich in Briefkästen und Tageszeitungen häufig auch Flyer von Dienstleistungsunternehmen. Meist geht es um Serviceleistungen in Haus und Garten, z.B. eine angeblich professionelle Teppichreinigung. Das Problem: Es kann sich um unseriöse Anbieter handeln, die ihre Arbeiten zu völlig überhöhten Preisen ausführen und das in minderwertiger Qualität.
Prüfen Sie im Vorfeld genau, ob dieser Betrieb an der angegebenen Adresse tatsächlich existiert. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei der zuständigen Handwerkskammer. Lassen Sie sich immer einen Kostenvoranschlag geben. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Die Arbeit kann ausgeführt werden, wenn alle Dinge geklärt sind. Zahlen Sie nicht im Vorfeld und nicht bar. Holen Sie sich Rat und Hilfe bei Freunden oder Angehörigen, bevor Sie einen Auftrag erteilen.
Infos und Tipps zur sicheren Suche nach einem seriösen Handwerker gibt es hier:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/handwerker-finden-so-vermeiden-sie-boese-ueberraschungen-13664
Rückfragen bitte an:
Polizei Steinfurt
Pressestelle
Telefon: 02551 152200