Callcenterbetrug in Bamberg – Geldabholer in Haft

BAMBERG. Betrugsanrufe beschäftigen die Polizei und Staatsanwaltschaften in Oberfranken nahezu täglich, teilweise leider auch mit schlechtem Ausgang für die kontaktierten Opfer. In Bamberg gelang es der Polizei am Mittwochabend hingegen, einen 35-jährigen tatverdächtigen Geldabholer festzunehmen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg befindet sich der Festgenommene nun in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt. Eine 87-Jährige aus dem Babenberger Viertel in Bamberg erhielt Mittwochnachmittag einen sogenannten „Schockanruf“. In russischer Sprache gaukelte ihr ein vermeintlich russischer Polizist vor, dass sie zur Aufklärung angeblicher Kreditbetrugstaten beitragen und mindestens 10.000 Euro für einen Abholer bereitlegen solle. Die aufgelöste Deutsch-Russin erkannte den Betrugsversuch und wandte sich glücklicherweise an ihre Nachbarschaft. Als so auch eine couragierte Nachbarin von den Geschehnissen erfuhr, rief sie geistesgegenwärtig sofort die Polizei. Weil das betrügerische Telefonat nach wie vor lief, als die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt und Kriminalpolizei Bamberg zur Wohnung der 87-Jährigen geeilt waren, bereiteten die Beamten eine mögliche Festnahme vor und unterstützten bei der weiteren Gesprächsführung. Mit den Tätern wurde eine fingierte Übergabe des Geldes vor der Haustür des Anwesens vereinbart. Tatsächlich erschien gegen 21 Uhr ein 35-jähriger ukrainischer Staatsangehöriger am Anwesen, um das Bargeld entgegen zu nehmen. Im nächsten Moment begannen Zivilkräfte mit dem Zugriff. Die Polizisten nahmen den Tatverdächtigen vorläufig fest, wobei dieser bei der Festnahme noch Widerstand leistete. Die Kriminalpolizei Bamberg hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erließ ein Ermittlungsrichter am Donnerstagnachmittag Untersuchungshaftbefehl gegen den 35-jährigen Geldabholer.