261021-2-PDNMS-Vorsicht bei vermeintlichen Notdiensten aus dem Internet

Ob Schädlingsbekämpfung, Elektroarbeiten oder eine verstopfte Leitung: Wer dringend Hilfe benötigt, sucht häufig schnell im Internet nach einem passenden Handwerksbetrieb. Die Polizeidirektion Neumünster warnt aus aktuellem Anlass vor unseriösen Anbietern, die diese Situationen ausnutzen, um hohe Geldbeträge zu erlangen. Am 25. September 2026 beauftragte eine Frau aus Rendsburg einen im Internet gefundenen Schädlingsbekämpfer. Nach etwa 20 bis 30 Minuten verlangte ein vermeintlicher Handwerker 1.200 Euro für ein angeblich besonders teures Schädlingsbekämpfungsmittel. Die Frau bezahlte mit ihrer EC-Karte. Am 9. Oktober 2026 suchte ein Mann aus Borgstedt nach einem Kurzschluss im Keller online nach einem Elektriker. Zwei vermeintliche Handwerker konnten den Fehler nicht beheben, verlangten jedoch Geld für ihren erfolglosen Einsatz. Da der Mann nicht genügend Bargeld zu Hause hatte, begleiteten sie ihn zu einem Geldautomaten. Die Vorgehensweise ähnelt sich: Betroffene suchen kurzfristig einen Dienstleister, der häufig weit oben in den Suchergebnissen erscheint. Nach teilweise erfolglosen oder nicht nachvollziehbaren Arbeiten werden überhöhte Rechnungen präsentiert. Mitunter fehlt eine ordentliche Rechnung oder es wird auf sofortiger Barzahlung bestanden. Je nach Einzelfall kommen Straftatbestände wie Betrug (§ 263 StGB) oder Wucher (§ 291 StGB) in Betracht. Ob tatsächlich eine Straftat vorliegt, muss anhand der konkreten Umstände geprüft werden. Die Polizeidirektion Neumünster warnt vor dieser Betrugsmasche und rät daher: - Prüfen Sie Impressum, Kontaktdaten und Geschäftsadresse des Anbieters sorgfältig. Ein guter Platz in der Suchmaschine ist kein Beleg für die Seriosität eines Anbieters. - Beauftragen Sie möglichst bekannte Handwerksbetriebe aus der Region. - Vereinbaren Sie Preise und Leistungen vor Arbeitsbeginn und beobachten Sie die ausgeführten Arbeiten. - Lassen Sie sich Ausweise der vermeintlichen Handwerker zeigen und notieren Sie sich die Kennzeichen der Fahrzeuge - Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Verlangen Sie eine nachvollziehbare Rechnung und bezahlen Sie überhöhte Forderungen nicht ungeprüft. - Ziehen Sie bei Unsicherheit Angehörige, Freunde oder Nachbarn hinzu. Notieren Sie Namen und, wenn möglich, das Kennzeichen des Fahrzeugs.Wer einen Betrugsverdacht hat oder sich bedrängt fühlt, sollte die Polizei verständigen. Gruß Mira Grunicke - Pressesprecherin PD Neumünster Rückfragen bitte an: Polizeidirektion Neumünster Pressestelle Telefon: 04321-945 2222