„AnsichtsSache“? Perspektivwechsel als Präventionskampagne für ein besseres Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum

In den kommenden Herbstwochen laden unterschiedliche Plakate an mehreren Orten in MV sowie eine Social Media Kampagne auf den Kanälen der Landespolizei MV zu einem Perspektivwechsel für ein besseres Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum ein - insbesondere in den dunklen Abend- und Nachtstunden. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinflusst maßgeblich die Lebensqualität, das Vertrauen in staatliche Institutionen sowie die Nutzung öffentlicher Räume. Ein hohes Sicherheitsgefühl trägt dazu bei, dass Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, öffentliche Plätze nutzen und den öffentlichen Personennahverkehr ohne Einschränkungen in Anspruch nehmen können. Die bundesweite Dunkelfeldstudie "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD 2024)" des Bundeskriminalamtes zeigt, dass sich die Bevölkerung tagsüber überwiegend sicher fühlt. So fühlen sich 97,4 % der Befragten tagsüber in ihrer Wohngegend sicher. Im öffentlichen Personennahverkehr beträgt dieser Anteil 86,8 %, auf öffentlichen Straßen und Plätzen 88,7 %. Bereits an Bahnhöfen liegt das Sicherheitsgefühl tagsüber mit 70,9 % deutlich niedriger (BKA, 2025, S. 59). Nach Einbruch der Dunkelheit verändert sich das Sicherheitsgefühl erheblich. Während sich nachts noch 74,0 % der Bevölkerung in der eigenen Wohngegend sicher fühlen, sinkt dieser Anteil im öffentlichen Personennahverkehr auf 44,8 %. Besonders gering ist das Sicherheitsgefühl nachts an Bahnhöfen mit 27,0 % sowie in Parks und Grünanlagen mit lediglich 22,8 % (BKA, 2025, S. 60). Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Geschlechtern. Frauen bewerten ihre Sicherheit in nahezu allen abgefragten Situationen schlechter als Männer. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied nachts in Parks und Grünanlagen. Während sich 34,8 % der Männer dort sicher fühlen, trifft dies lediglich auf 11,1 % der Frauen zu. Auch auf öffentlichen Straßen und Plätzen fühlen sich nachts nur 26,9 % der Frauen sicher, gegenüber 54,1 % der Männer (BKA, 2025, S. 61-62). Hier setzt die Polizeiliche Prävention an: Die Öffentlichkeitskampagne "AnsichtsSache" greift Erkenntnisse aus einer Problemanalyse auf und sensibilisiert anhand typischer Alltagssituationen dafür, wie bereits kleine Verhaltensanpassungen zu einem respektvollen Miteinander und damit zur Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls beitragen können. Dabei verfolgt die Kampagne einen sensibilisierenden und nicht belehrenden Ansatz. In den kommenden Wochen werden diese Alltagssituationen in Form von Plakaten und durch begleitende Social Media Beiträge auf den Kanälen der Landespolizei MV sichtbar sein. Orte: - Greifswald - Neubrandenburg - Rostock - Schwerin - Stralsund - Wismar Zusätzlich verteilte Gastrocards in Rostock sollen auf die Kampagne aufmerksam machen. Mittels QR-Code haben Interessierte die Möglichkeit, sich über die Inhalte der Rubrik "Sicher fühlen im öffentlichen Raum" zu informieren. Unterstützt wird die Kampagne darüber hinaus durch die Stadtwerke Neubrandenburg und Greifswald sowie durch die Verkehrsgesellschaften Vorpommern-Rügen mbH und Ludwigslust-Parchim mbH. Hintergrundinformationen zur Kampagne: Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt seit vielen Jahren einen ganzheitlichen Präventionsansatz, der neben der objektiven Sicherheitslage auch das subjektive Sicherheitsempfinden berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sowie der Deutschen Bahn AG die bundesweite Öffentlichkeitskampagne "AnsichtsSache" entwickelt. Ziel der Kampagne ist es, das Sicherheitsgefühl insbesondere im öffentlichen Raum und im öffentlichen Personennahverkehr durch Sensibilisierung und gegenseitige Rücksichtnahme nachhaltig zu stärken. Sie wendet sich mit sicherheitsrelevanten Aspekten sowohl an die breite Bevölkerung als auch an konkrete Zielgruppen und vermittelt, welche unsicherheitsauslösenden Faktoren und Verhaltensweisen es gibt und wie diese vermieden werden können. Dazu werden am Beispiel verschiedener Alltagssituationen je zwei Perspektiven aufgegriffen: Einerseits von Personen mit unbedachtem Verhalten und andererseits von Personen, die sich dadurch unsicher fühlen ("Ansichtssache"). Ziel ist, zur Reflexion anzuregen und bei der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das eigene Verhalten andere Menschen beeinflussen kann. Dieser Sensibilisierungsprozess soll dazu beitragen, den öffentlichen Raum sicherer und angenehmer für alle zu machen. Die Landespolizei MV macht diese Kampagne gemeinsam mit regionalen Partnern sukzessive durch verschiedenste Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier: Rückfragen bitte an: Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern Pressestelle Niels Borgmann Telefon: 03866 64 8700 E-Mail: presse@lka-mv.de