Pressemitteilungder Polizeiinspektion Goslar vom 26.05.2023

Ein weiterer Medieninhalt Goslar-Innenstadt -Personenkontrollen am BahnhofDie bereits in den letzten Wochen durch die Polizei vermehrt durchgeführten Personenkontrollen rund um den Bahnhof Goslar wurden am heutigen Nachmittag nochmals mit einer größeren Mitarbeiterzahl intensiviert. Neben Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Goslar, u.a. aus den Bereichen "Jugend und Prävention", unterstützten auch Mitarbeiter der Stadt sowie des Landkreises Goslar die polizeilichen Maßnahmen. Hintergrund war die in der jüngeren Vergangenheit registrierte Zunahme von aggressiven Verhaltensweisen und Auseinandersetzungen überwiegend jüngerer männlicher Personen, die zum Teil gewalttätig verliefen. Die heutigen Kontrollen wurden grundsätzlich mit einem präventiven Ansatz und dem Ziel durchgeführt, mit den regelmäßig dort aufhältigen jüngeren Personengruppen möglichst ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern wurden die Jugendlichen und Heranwachsenden hierbei über bestehende und künftig geplante Freizeit- und Hilfsangebote informiert. "Es ist wichtig, einen Schritt auf die jungen Menschen zuzugehen, und ihnen die bestehenden Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung aufzuzeigen," zeigt sich der Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Goslar, Polizeioberrat Schierarndt, überzeugt, dass längst nicht alle der regelmäßig länger am Bahnhof verweilenden Jugendlichen um die Alternativen, die von zahlreichen Goslarer Institutionen und Vereinen angeboten werden, wissen. Auch die Einhaltung der städtischen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wurde durch die Einsatzkräfte im Rahmen der Gespräche thematisiert. Polizei und Stadt reagierten in ihrer seit rund drei Jahren bestehenden Sicherheitspartnerschaft damit auf eine Reihe von Beschwerden, die eine zunehmende Verschmutzung der zum Teil gerade erneuerten öffentlichen Flächen bis hin zu Pöbeleien durch überwiegend junge Menschen beklagten. Diese mündeten teilweise in Gewalttätigkeiten und andere Straftaten und stören damit die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Im Rahmen eines eigens hierzu durch die Polizei entwickelten mehrstufigen Konzepts werden auch in den nächsten Wochen weitere Kontrollen an dieser stark frequentierten Örtlichkeit folgen. "Wir werden unsere täglichen Beobachtungen in diesem Bereich sowie die Ergebnisse der künftigen Kontrollen in eine Gesamtbeurteilung einfließen lassen, von der unsere weitere Vorgehensweise abhängig ist", betont Schierarndt, und will damit verdeutlichen, dass das entwickelte Konzept auch Maßnahmen für ein konsequentes und niedrigschwelliges Vorgehen gegen Straftäter oder "Störenfriede" beinhaltet. Im Verlauf des heutigen Nachmittags wurden durch die Einsatzkräfte insgesamt 13 Jugendliche und Heranwachsende angesprochen und z.B. zu Ihrer Motivation befragt. Diese zeigten sich durchweg gesprächsbereit und äußerten sich teilweise zu ihren persönlichen Zielen und Wünschen. Wenige festgestellte geringfügige Verstöße wurden jeweils angesprochen, wobei sich die Kontrollierten jeweils einsichtig zeigten. Trotz des schönen Wetters war die Anzahl der Jugendlichen deutlich geringer als sonst. "Der Anfang ist gemacht," zeigte sich KHK'in Gobernack vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar dennoch zufrieden mit dem grundsätzlichen Verlauf der Präventionsaktion. Allerdings kam es an diesem Nachmittag leider doch zu strafbaren Handlungen. Zwei zu Anfang der Kontrolle angesprochene Jugendliche hatten offenbar einige Minuten nach dem Gespräch die Inhalte schon wieder vergessen. Die beiden 15-jährigen Goslarer hatten sich anschließend ein Kleinkraftrad besorgt und fuhren gegen 15.05 Uhr provozierend in der Nähe der Kräfte vorbei, die sie vorher kontrolliert hatten. Dabei benutzten sie den Vititorwall von der Rosentorstr. aus entgegengesetzt der Einbahnstraßenregelung. Der Fahrer ignorierte unmittelbar darauf die Anhaltezeichen eines Polizeibeamten, beschleunigte das Fahrzeug und fuhr sogar auf den 25-jährigen Beamten zu. Nur durch einen Schritt zur Seite konnte dieser verhindern, angefahren zu werden. Durch weitere Einsatzkräfte, die parallel zu der Präventionsaktion eine Personenkontrolle im Neuwerkgarten durchführten, gelang es, die beiden Jugendlichen, die mittlerweile zu Fuß geflüchtet waren, zeitnah zu ermitteln. Die anschließenden Überprüfungen ergaben, dass das Zweirad nicht versichert und der Fahrer nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis war. Die Eigentumsverhältnisse des Zweirades sind derzeit noch ungeklärt. Das angebrachte Kennzeichen ist als gestohlen gemeldet. Daher wurde das Fahrzeug beschlagnahmt. Der Sozius wurde nach Feststellung seiner Personalien noch vor Ort entlassen. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurde der beschuldigte Fahrer auf der Wache in Goslar seinen Erziehungsberechtigten übergeben. Ihn erwartet zu der Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Versicherungsschutz auch ein Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte; sowie wegen Verdachts des Diebstahls bzw. der Hehlerei. Bei der Kontrolle im Neuwerkgarten wurde zudem bei einem 17-Jährigen ein Einhandmesser sichergestellt. Gegen den Jugendlichen wurde eine Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. -Lüdke, KHK-Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Goslar Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon: 05321/339104 E-Mail: pressestelle@pi-gs.polizei.niedersachsen.de