Teurer Flyer

Der Frühling naht. Damit erblühen im eigenen Garten die ersten Sträucher, das Unkraut im Beet wächst und der Rasen will vertikutiert werden. Wer seinen Garten aufgrund des hohen Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr pflegen kann, ist oftmals auf fremde Hilfe angewiesen. Das wissen auch unseriöse Firmen und Betrüger. Sie werben mit Anzeigen oder Beilagen in Tageszeitungen oder auch mit eingeworfenen Flyern und Visitenkarten in Briefkästen. Oftmals mit einem guten Preis für umfassende Arbeiten. So geschah es bei einem 86 Jahre alten Mann aus Gifhorn. Er nahm Kontakt zu einer Firma auf, deren Karte er im Briefkasten fand. Kurz darauf erschienen mehrere Männer bei ihm. Während er noch mit dem "Chef" der Truppe die zu erbringenden Leistungen absprach, fingen die Arbeiter schon an, den Rasen zu vertikutieren. Auch der vom "Chef" angesetzte Preis von mehreren tausend Euro erschien plötzlich unverhältnismäßig hoch. Der 86-Jährige wurde überrumpelt. Nach einiger Zeit brachen die Männer die unvollendeten Arbeiten ab und wollten am Folgetag weitermachen. Sie forderten jedoch eine "Anzahlung". Der 86-Jährige war vom Auftreten eingeschüchtert und übergab in drei Zahlungen fast 5000 Euro an den "Chef". Dabei wurde auch Schmuck als mögliches Zahlungsmittel angeboten. Eine schriftliche Auftragsbestätigung wurde durch den "Chef" zudem nachträglich verändert. Nach der Geldübergabe verließen die Männer das Grundstück. Sie kehrten auch in den Folgetagen nicht zurück, um ihre begonnenen Arbeiten zu beenden. Der 86-Jährige erstattete Anzeige bei der Polizei. Das Anbieten von spontanen Handwerkerleistungen - insbesondere Garten-, Dach- und Pflasterarbeiten - ist eine bekannte Betrugsmasche. Geschädigte sollten sich darüber im Klaren sein, dass sofort angefangene Arbeiten nur als Täuschung dienen und in den meisten Fällen nicht beendet werden. Die Auftraggeber jedoch werden zur Zahlung der bereits geleisteten Arbeiten gedrängt. Die Tipps der Polizei: - Schließen Sie keine Geschäfte an der Haustür ab! Beauftragen Sie nur Handwerker, die Sie selbst ausgesucht haben. - Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Seriöse Anbieter drängen nicht auf sofortige Entscheidungen. - Verlangen Sie Nachweise! Fragen Sie nach einem Gewerbeschein. - Zahlen Sie erst nach Abschluss der Arbeit! Betrüger brechen die Arbeit oft plötzlich ab und fordern Vorauszahlungen. - Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu! Bitten Sie Nachbarn oder Familie um Rat, wenn Ihnen ein Angebot unseriös erscheint. - Rufen Sie im Zweifel die Polizei!Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Gifhorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Christoph Nowak Telefon: 05371 980-104 E-Mail: pressestelle@pi-gf.polizei.niedersachsen.de