Betrugsfälle auf Kleinanzeigenportalen – die Polizei warnt

Das Kommissariat für Ermittlungen im Bereich Cybercrime der Nürnberger Kriminalpolizei hat aktuell wiederholt betrügerische Vorfälle auf verschiedenen Kleinanzeigenportalen festgestellt. Betrüger nehmen Verkäufer ins Visier. Die Polizei warnt daher vor Betrugsmaschen beim Online-Handel. Während häufig die Käufer auf Kleinanzeigenportalen zum Opfer von Betrügern werden, haben es die Täter aktuell auf die Verkäufer von Waren abgesehen. Nutzer der Plattformen werden während des scheinbar harmlosen und oft routinemäßigen Bezahlvorgangs plötzlich mit Links konfrontiert, die auf den ersten Blick vertrauenswürdig erscheinen. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um sogenannte Phishing-Links, also täuschend echt gestaltete Internetseiten. Auf diesen Seiten versuchen Betrüger, an sensible Daten wie Kreditkarteninformationen oder gar Zugangsdaten zum Online-Banking der Verkäufer zu gelangen. Die Vorgehensweise der Betrüger ist dabei äußerst geschickt getarnt. Oft wird Druck ausgeübt, Dringlichkeit suggeriert oder eine sichere Abwicklung durch angebliche Zahlungsdienste vorgetäuscht. Nachdem eine übliche Zahlungsmethode vermeintlich nicht funktioniert hat, wird der Verkäufer darüber getäuscht, dass der Artikel über die Funktion "Sicher bezahlen" erworben wurde. Das Betrugsopfer erhält eine E-Mail, die augenscheinlich vom Portal stammt, mit dem Hinweis, dass der Käufer den Artikel bezahlt hat. Über einen Link wird der Verkäufer aufgefordert, das bezahlte Geld "abzuholen". Damit beginnt das Phishing nach Bankdaten oder Kreditkarteninformationen und die Opfer werden um ihr Geld betrogen. Das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei warnt eindringlich und gibt folgende Präventionstipps: - Verwenden Sie ausschließlich Bezahlmethoden, mit denen Sie vertraut sind und deren Funktionsweise Sie kennen. - Als Verkäufer geben Sie die Bezahlmethode vor, nicht der Käufer. - Sollten Sie unerwartet oder ohne nachvollziehbaren Grund auf eine externe Internetseite weitergeleitet werden, brechen Sie den Bezahlvorgang unverzüglich ab. - Geben Sie niemals Ihre Kreditkartendaten an, wenn Sie eigentlich Geld empfangen sollen. - Kein vertrauenswürdiges Unternehmen sendet Ihnen einen Link zu und fordert Sie anschließend auf, sich mit Ihren Zugangsdaten in Ihr Online-Banking oder sonstige Accounts einzuloggen. - Sollten Sie doch auf einen Link geklickt haben und sollte im nächsten Schritt nach Zugangsdaten gefragt werden, brechen Sie den Vorgang unverzüglich ab. - Online-Banking-Zugangsdaten, TANs und Passwörter sollten Sie niemals telefonisch weitergeben. Wer Sie danach fragt, ist mit Sicherheit ein Betrüger. - Wenn Sie im Online-Banking Freigaben durchführen, prüfen Sie z. B. auf dem Handy, anhand des Freigabebildschirms, was genau Sie freigeben und ob es sich tatsächlich um das handelt, was Sie freigeben wollen. - Übermitteln Sie online niemals Ausweisfotos, wenn Ihr Gegenüber Sie danach fragt, um vermeintlich Ihr Vertrauen zu erlangen. Es handelt sich um Ihre persönlichen Daten, mit denen Täter auch betrügerische Handlungen ausführen können. - Gestatten Sie fremden Personen keinen Fernzugriff auf Ihren PC.Sollten Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sein oder einen entsprechenden Verdacht hegen, können Sie sich jederzeit an Ihre örtliche Polizeidienststelle wenden. Weitere Informationen und Verhaltenstipps zum Thema Phishing finden Sie auf der Website www.polizei-beratung.de. Erstellt durch: Kai Schmidt Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Mittelfranken Präsidialbüro - Pressestelle Richard-Wagner-Platz 1 D-90443 Nürnberg E-Mail: pp-mfr.pressestelle@polizei.bayern.de Erreichbarkeiten: Montag bis Donnerstag 07:00 bis 16:00 Uhr Freitag 07:00 bis 15:00 Uhr Sonntag 11:00 bis 14:00 Uhr Telefon: +49 (0)911 2112 1030 Außerhalb der Bürozeiten: Telefon: +49 (0)911 2112 1553 Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken im Internet: