Callcenter-Betrug weiter im Fokus der Polizei – Finanzielle Schäden bleiben hoch

Telefon-Betrüger haben nach wie vor Hochkonjunktur. Die finanziellen Schäden - meist älterer Opfer - gehen in die Millionen, wenngleich immer mehr Fälle im Versuchsstadium stecken bleiben. Erst gestern Abend (25.01.26) warnte die Osnabrücker Polizei wieder über ihren WhatsApp-Channel vor einer Betrugswelle durch falsche Polizisten in der Region. Auch deshalb ist die Bekämpfung der Callcenter-Banden ein Schwerpunktthema in der Polizeidirektion Osnabrück, und wird weiter ausgebaut - präventiv wie repressiv mit zunehmend internationalem Bezug. Dabei spielt auch die gute und enge Abstimmung mit der Schwer-punktstaatsanwaltschaft Osnabrück eine wichtige Rolle. So nahm beispielsweise jüngst eine Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Osnabrück an einem europaweiten Projekt namens "CESA" teil, um sich international noch intensiver zu vernetzen und noch erfolgreicher zusammenzuarbeiten. Das für das Projekt federführende Landeskriminalamt Baden-Württemberg stellte am vergangenen Freitag die Ergebnisse nach zweijähriger Arbeit vor: Gemeinsam mit 24 polizeilichen Schwerpunktdienststellen, darunter Osnabrück, dem BKA, dem Kooperationspartner Polen sowie der engen Einbindung von Europol gelang es, 16 groß angelegte Strafverfahren gegen organisierte Täterstrukturen im In- und Ausland zu unterstützten. In 23 Verfahren wurden Haftbefehle erlassen. Deutlich wurde abermals, dass Täterbanden in diesem Deliktsbereich nur durch Schwerpunktsetzung und den Ausbau internationaler Beziehungen dingfest gemacht werden können. Neben guter Ermittlungsarbeit kommt vor allem dem Bereich der Prävention unverändert eine Schlüsselrolle zu, um die perfiden Taten großflächig zu verhindern. Auch in der Osnabrücker Direktion wird bereits präventiv viel unternommen - vom Theaterstück für Senioren bis zur Social Media Kampagne. Allein in der Polizeidirektion, vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln, gab es im letzten Jahr Hunderte verhinderter Taten. Und auch die vollendeten Taten werden zunehmend weniger. Aber: Der finanzielle Gesamtschaden der Opfer ist im letzten Jahr gestiegen - auf über eine Millionen Euro. Grund genug, das Thema weiter intensiv zu bearbeiten und voranzutreiben. Konkrete Zahlen zu den Ergebnissen aus 2025 können erst im Laufe der nächsten Wochen - im Rahmen der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik - kommuniziert werden. Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, hob die erforderliche Schwerpunktsetzung und Internationalisierung zur Bekämpfung des Deliktsfelds deutlich hervor: "Wir arbeiten mit Nachdruck an der Bekämpfung dieser besonders perfiden Betrugsmaschen zum Nachteil älterer Menschen. Nicht nur, dass die Opfer viel Vermögen und häufig auch persönliche Erinnerungsstücke verlieren - es bleibt die Angst und die Unsicherheit! Die Täter versetzen den Opfern mit ihren quälenden und hochemotionalen Anrufen einen Knacks, über den sie mitunter zeitlebens nicht hinwegkommen. Sich gezielt die Schwächeren in unserer Gesellschaft auszusuchen, sie unfassbar unter Druck zu setzen, ist einfach nur verabscheuungswürdig. Wir setzen von Osnabrück aus Ermittlungsgruppen ein, die international vernetzt sind und gemeinsam an dem Phänomen hart arbeiten - und erfolgreich sind. Neben komplexer Ermittlungsarbeit, ist vor allem eine intensive und breite Prävention nötig. Wir wollen die Taten verhindern, besser noch jeden Versuch, und diesen skrupellosen Tätern das Handwerk legen. Wenn Sie oder eine nahestehende Person betroffen ist, wenden Sie sich unverzüglich an die Polizei." Ein Präventionsvideo - entstanden aus dem Projekt CESA - finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=F-zQ0wuaSN4 Weitere Informationen erhalten Sie unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/ Rückfragen bitte an: Polizeidirektion Osnabrück Marco Ellermann Telefon: 0541 - 327 1024 E-Mail: pressestelle@pd-os.polizei.niedersachsen.de