Gemeinsames Zentrum deutsch-polnischer Zusammenarbeit MV-Innenminister Pegel: „Sicherheit braucht starke Partner – über Grenzen hinweg“
Der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel hat bei der heutigen (3. Februar 2026) feierlichen Eröffnung der neuen Liegenschaft des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit (GZ) in Slubice (Polen) teilgenommen. Mit dem Umzug erhält eine der zentralen Institutionen der
grenzüberschreitenden Sicherheitskooperation zwischen Deutschland und Polen moderne und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen.
"Das Gemeinsame Zentrum ist seit vielen Jahren ein Herzstück der deutsch-polnischen Sicherheitsarchitektur. Der neue Standort in Slubice ist ein starkes Signal für Vertrauen, Partnerschaft und gelebte europäische Zusammenarbeit. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern, das historisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit unserem polnischen Nachbarland verbunden ist, hat diese Partnerschaft eine herausragende Bedeutung - politisch, gesellschaftlich und insbesondere sicherheitsbehördlich", sagt Minister Christian Pegel.
Deutsch-polnische Zusammenarbeit wesentlich für MV seit der 1990er-Jahre
Die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit mit Polen ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Kooperation der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Bereits seit den 1990er-Jahren ist diese Zusammenarbeit politisch wie operativ fest verankert. Mit der Koordinierungsstelle Anklam wurde 1995 ein erstes dauerhaftes Instrument zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geschaffen. Ziel war es, Kriminalität im Grenzraum gemeinsam, abgestimmt und wirksam zu bekämpfen.
Mit der Eröffnung des Gemeinsamen Zentrums Zentrum in Swiecko, unmittelbar an der damaligen Grenzübergangsstelle Frankfurt (Oder)/Swiecko, im Jahr 2007 - kurz vor dem Wegfall der stationären Grenzkontrollen im Schengen-Raum - wurde ein Meilenstein für den schnellen und effizienten Informationsaustausch zwischen deutschen und polnischen Sicherheitsbehörden gesetzt. Dieses Zentrum gehörte zu den ersten Einrichtungen dieser Art im Schengen-Raum. Heute existieren europaweit mehr als 50 vergleichbare Zentren.
Heute arbeiten im Gemeinsamen Zentrum Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher deutscher und polnischer Behörden rund um die Uhr unter einem Dach zusammen. Seit 2008 beteiligt sich die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern mit einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes aktiv am Betrieb des Zentrums. Über das GZ werden jährlich rund 700 Ersuchen mit Bezug zum deutsch-polnischen Grenzraum bearbeitet - insbesondere in den Bereichen Eigentums-, Kfz- und Betrugskriminalität - mit steigender Tendenz.
"Das Gemeinsame Zentrum ist nicht über Nacht entstanden. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger vertrauensvoller Zusammenarbeit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat - von ersten Koordinierungsstellen bis hin zu einer modernen gemeinsamen Dienststelle im Herzen Europas. Kurze Wege, direkte Ansprechpartner und ein unmittelbarer Informationsaustausch sind im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität unverzichtbar. Das Gemeinsame Zentrum ermöglicht genau das - schnell, pragmatisch und effektiv", so MV-Innenminister Christian Pegel.
Mecklenburg-Vorpommern investiert in Sicherheit und Zukunft
Die neue Liegenschaft in Slubice wurde auf Grundlage einer deutsch-polnischen Absichtserklärung aus dem Jahr 2022 realisiert. Nach dem Umbau stehen den 41 deutschen und 21 polnischen Beschäftigten moderne Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 6,9 Millionen Euro, wovon Mecklenburg-Vorpommern einen Anteil von gut 55.000 Euro trägt.
"Jeder Euro, den wir in funktionierende internationale
Zusammenarbeit investieren, ist eine Investition in die Sicher-heit der Bürgerinnen und Bürger - nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auf beiden Seiten der Grenze", betont Christian Pegel.
Angesichts dynamischer Kriminalitätsformen, international agierender Täterstrukturen, migrationsbedingter Herausforderungen und der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus gewinnt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter an Bedeutung. Das Gemeinsame Zentrum steht dabei beispielhaft für eine moderne, vernetzte und vertrauensvolle Sicherheitskooperation in Europa.
"Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist heute unverzichtbar - sie stärkt den Zusammenhalt in der Region, fördert den Austausch und sorgt für Stabilität und Sicherheit auf beiden Seiten der Oder. Aus polizeilicher Sicht ist die gemeinsame Arbeit von besonderer Relevanz - und Sicherheit kennt keine nationalen Grenzen. Das Gemeinsame Zentrum ist weit mehr als eine Dienststelle. Es ist ein Symbol für Zusammenhalt, gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Verantwortung für Sicherheit in Europa. Diese Zusammenarbeit wollen und werden wir weiter stärken", sagt Innenminister Christian Pegel abschließend.
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