Mülheim an der Ruhr: Trickbetrüger erbeuten sechsstelligen Betrag von Seniorin – PRÄVENTIONSHINWEISE

45478 MH.-Speldorf: Unbekannte Trickbetrüger haben gestern (12. Februar) in einem längeren Telefonat eine Mülheimer Seniorin um einen sechsstelligen Geldbetrag betrogen. Die Mülheimerin nutzte eine sogenannte Trading-App für den Handel von Wertpapieren und ETFs. Auf ihrem Smartphone erhielt sie eine Push-Benachrichtigung, die vermeintlich von der Trading-App versendet worden war. In dieser Nachricht wurde die Seniorin dazu aufgefordert, eine bestimmte Telefonnummer zu wählen. Als sie diese gewählt hatte, wurde sie mit der angeblichen Sicherheitsabteilung des Anbieters verbunden. Der Mitarbeiter erklärte ihr, dass Betrüger ihr Konto und dessen Guthaben verwendet hätten, um Kryptowährung zu erwerben. Um ihr Geld zu retten, solle die Mülheimerin ihr Geld auf ein sicheres Konto transferieren. Dafür lud die Frau online auf ihrem PC ein Programm herunter, mittels dessen sie dem angeblichen Sicherheitsmitarbeiter den Fernzugriff auf ihren Rechner ermöglichte. Anschließend loggte sich die Frau in ihr Bankkonto ein. In diversen Transaktionen überwies die Mülheimerin insgesamt einen sechsstelligen Geldbetrag. Der vermeintliche Sicherheitsmitarbeiter beendete das Telefonat schließlich, als das Kontolimit ausgeschöpft war. Nach dem Auflegen beschlich die Frau ein schlechtes Gefühl. Sie rief die Polizei und erstattete Anzeige. Aus gegebenem Anlass raten wir deshalb: - Seien Sie misstrauisch, wenn Unbekannte Sie anrufen, Ihnen Nachrichten aufs Handy/per Mail schicken oder vor Ihrer Haustüre stehen. Geben Sie auf gar keinen Fall Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis. - Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Unbekannten zu überprüfen. Rufen Sie Ihren Bankmitarbeiter des Vertrauens unter der Ihnen bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. - Übergeben Sie NIEMALS Geld, Bankkarten, PIN-Codes oder Wertsachen an unbekannte Personen! Selbiges gilt für z.B. Bankkonto- oder Kreditkartendaten sowie Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal). - Installieren Sie NIEMALS Software, die Ihnen von Unbekannten genannt wird! Gestatten Sie Fremden auch nicht den Fernzugriff auf Ihren Rechner (beispielsweise über die Installation einer bestimmten Software)! Beenden Sie das Telefonat sofort!Wenn Sie bereits Betrügern aufgesessen sind: - Trennen Sie den Computer sofort vom Stromnetz und Internet. So verhindern Sie weiteren Schaden über die Fernwartungssoftware. - Setzen Sie sich schnellstmöglich mit Ihrer Bank in Verbindung und versuchen Sie, möglicherweise bereits getätigte Zahlungen rückgängig zu machen. - Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind. - Bereinigen Sie Ihren PC. Dafür ist es empfehlenswert, Experten aufzusuchen. Vielleicht wurden Passwörter erspäht oder der PC mit einem Schadprogramm infiziert.Trotz häufiger Präventionshinweise und Berichterstattung in den Medien schaffen es skrupellose Trickbetrüger immer wieder, die Gutgläubigkeit und die Hilfsbereitschaft älterer Menschen auszunutzen, um an deren Ersparnisse und Notgroschen zu gelangen. Helfen Sie mit, diesen Betrügern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Klären Sie Verwandte, Bekannte oder andere ältere Menschen, die Ihnen nahestehen, über Kriminalitätsformen auf und geben Ihnen Verhaltenshinweise an die Hand. Einen Flyer mit den wichtigsten Hinweisen, den Sie ausdrucken und als "Erinnerung" in Telefonnähe aufbewahren können, finden Sie hier: https://essen.polizei.nrw/sites/default/files/2025-05/flyer-sam-delikte-ld_v2.pdf Folgende Broschüren fassen alle wichtigen Informationen zusammen: https://essen.polizei.nrw/sites/default/files/2024-02/broschure-sam-2024.pdf https://polizei.nrw/sites/default/files/2020-04/228-BR-Im-Alter-sicher-leben%20%28003%29.pdf https://polizei.nrw/sites/default/files/2020-04/229-BR-Gut-beraten-im-hohen-Alter%20%28002%29.pdf /SyC Rückfragen bitte an: Polizei Essen/ Mülheim an der Ruhr Pressestelle Telefon: 0201-829 1065 (außerhalb der Bürodienstzeit 0201-829 7230) Fax: 0201-829 1069 E-Mail: pressestelle.essen@polizei.nrw.de