Anstieg von Kinder- und Jugendkriminalität – Polizei richtet Ermittlungskommission „Strab“ ein
Nach einem Anstieg von Raub- und Gewalttaten, die durch Kinder oder Jugendliche begangen werden, hat die Polizei Gelsenkirchen unter dem Dach der Sonderkommission Jugend (SoKo Jugend) die Ermittlungskommission "Strab" eingerichtet. Damit reagiert die Polizei unmittelbar auf in den vergangenen Wochen angestiegene Fallzahlen, um diesem Kriminalitätsphänomen erneut mit geeigneten Maßnahmen zielgerichtet entgegenzuwirken.
In diesem Zusammenhang kann die Polizei Gelsenkirchen auf ein bereits erfolgreiches und erprobtes Konzept zurückgreifen: Im Jahr 2022 war die Ermittlungskommission König (EK König) eingerichtet worden, die mit repressiven und präventiven Maßnahmen fokussiert der Bekämpfung von Kinder- und Jugendkriminalität im Stadtgebiet entgegengetreten war. Zuvor war ein massiver Anstieg der Zahlen bei Raub- und Gewalttaten festgestellt worden. Durch intensive Ermittlungsarbeit und konsequentes Ergreifen geeigneter Maßnahmen konnten weitere Straftaten verhindert und begangene aufgeklärt werden, sodass die EK König ihre Arbeit im Sommer 2023 mit dem gewünschten Erfolg beenden konnte.
Die Bilanz der EK König: Mehr als 230 eingeleitete Strafverfahren, über 150 aufgeklärte Taten, knapp 150 ermittelte Tatverdächtige im überwiegend jugendlichen Alter sowie mehrere erwirkte Untersuchungshaftbefehle gegen Tatverdächtige.
Auch über die EK König hinaus behielt die Polizei Gelsenkirchen die Entwicklungen im Stadtgebiet fortwährend im Blick. Als Folge hieraus richtete der Polizeipräsident Tim Frommeyer im Frühjahr 2024, im Verbund mit beteiligten Akteuren, wie dem Jugendamt oder dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Gelsenkirchen, die SoKo Jugend ein. Zeitgleich hatte er die Bekämpfung und Prävention der Kinder- und Jugendkriminalität als behördenstrategischen Schwerpunkt der Polizei Gelsenkirchen festgelegt.
Neben der Entwicklung nachhaltiger Präventionskonzepte und Aufklärungsarbeit in Schulen kümmert sich die SoKo Jugend auch um die Strafverfolgung. Mutmaßliche Täterinnen und Täter sollen aus der Anonymität geholt und das Rückfallrisiko reduziert werden. Ziel der SoKo Jugend ist es zudem, das subjektive Sicherheitsempfinden in der Stadtbevölkerung zu steigern. Über die letzten Jahre hinweg ist die Polizei mit ihren Ordnungspartnern wiederholt in großangelegten Sondereinsätzen im Stadtgebiet unterwegs gewesen.
Die neu eingerichtete EK Strab, die aufgrund von Straftaten in und um öffentliche Verkehrsmittel, wie Straßenbahnen und Busse, so benannt wurde, firmiert sich innerhalb der bestehenden Strukturen der SoKo Jugend und verfolgt das Ziel, präventive wie strafverfolgende Maßnahmen zu treffen. Zum einen sollen Straftaten und Übergriffe verhindert und Kontakt zu Erziehungsberechtigten und dem Jugendamt aufgenommen werden. Zum anderen will die Polizei Täter identifizieren, Täterstrukturen erhellen und eventuelle Schwerpunkte identifizieren, um hier geeignet entgegenzuwirken und Präsenz zu zeigen. Dabei wird ausdrücklich das gesamte Stadtgebiet in den Blick genommen. Das bereits erfolgreich angewandte Konzept der EK König bestärkt die Polizei Gelsenkirchen in ihrem neuerlichen Vorgehen.
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