Erster Sonnenschein, erste schwere Unfälle: Polizei gibt Tipps zu Beginn der Motorradsaison
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen - und mit ihnen kehren die Motorräder zurück auf den Straßen, auch im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück. Doch noch bevor die Saison richtig begonnen hat, gab es bereits schwere Unfälle: Am 1. Februar 2026 stürzte ein 70-jähriger Motorradfahrer in Melle auf der Haller Straße und verletzte sich schwer (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/104236/6208018). Am 25. Februar 2026 wurde in Emsbüren ein 18-jähriger Motorradfahrer bei einem Unfall in einer Linkskurve so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste (https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/104234/6224197). Die Polizei nimmt die beiden Fälle zum Anlass für einen deutlichen Appell an alle Verkehrsteilnehmende zu Beginn der Motorradsaison 2026.
Zum Saisonstart kommen mehrere Faktoren zusammen. Nach Monaten ohne Fahrpraxis fehlt oft die Routine. Geschwindigkeit und Kurvendynamik werden unterschätzt. Gleichzeitig sind Straßen teilweise noch verschmutzt und andere Verkehrsteilnehmende rechnen nicht automatisch mit schnellen Zweirädern. Hinzu kommt: Motorräder werden im Straßenverkehr häufiger übersehen. Sie sind schmal, verschwinden leichter im toten Winkel oder werden durch die A-Säule eines Pkw verdeckt. Besonders beim Abbiegen oder Einfahren in Kreuzungen kann das fatale Folgen haben. Auch die Beschleunigung wird oft unterschätzt - Motorräder erreichen deutlich schneller höhere Geschwindigkeiten als viele Autos. Zudem hält sich hartnäckig der Irrtum, Motorräder hätten grundsätzlich kürzere Bremswege. Tatsächlich ist der Bremsweg bei vielen Maschinen länger als bei modernen Pkw mit aktuellen Assistenzsystemen. Ein weiterer Aspekt: Motorradfahrende verzögern häufig durch Herunterschalten und Motorbremse - ohne dass ein Bremslicht aufleuchtet. Für nachfolgende Verkehrsteilnehmende ist das nicht immer sofort erkennbar. Erschwerend kommt in diesen Wochen die tiefstehende Sonne hinzu, die Sicht und Wahrnehmung zusätzlich beeinträchtigen kann.
Die Zahl der verunglückten Motorradfahrenden ist im Jahr 2024 insgesamt um 3 % gesunken - von 1.022 im Vorjahr auf 911. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den Schwerverletzten: Ihre Zahl verringerte sich um 12,4 Prozent (minus 25 Fälle). Die Anzahl der Leichtverletzten blieb hingegen nahezu konstant und lag mit 500 Fällen nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 502.
Laura-Christin Brinkmann, Pressesprecherin der Polizeidirektion Osnabrück, sagt: "Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade die ersten Wochen der Saison besonders unfallträchtig sind. Nach der Winterpause müssen sich viele erst wieder an Maschine, Geschwindigkeit und Fahrverhalten gewöhnen. Die mangelnde Fahrpraxis wird oft abgetan oder unterschätzt. Und auch die Pkw-Fahrer müssen sich erst wieder an die zahlreichen Motorräder im Straßenbild gewöhnen." Generell empfiehlt die Polizei, bewusst defensiv zu fahren, sich nicht zu überschätzen und auch mit Fehlern anderer stets zu rechnen.
Neben der technischen Überprüfung des Motorrads sind Fahrsicherheitstraining empfehlenswert. Solche Trainings bieten die Möglichkeit, Bremsmanöver, Ausweichbewegungen und Kurventechniken unter professioneller Anleitung zu üben. "Ein Fahrsicherheitstraining bietet die Chance, Routinen zu festigen und kritische Situationen realitätsnah zu üben", so Brinkmann weiter. "Wer vorbereitet ist, reagiert im Ernstfall ruhiger - und gewinnt entscheidende Meter beim Bremsen oder Ausweichen."
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Polizeidirektion Osnabrück
Laura-Christin Brinkmann
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