Erneute Stellungnahme zu Ausschreitungen bei Bundesligaspiel: Polizei Dortmund bezieht Stellung zum Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit
Lfd. Nr.: 0177
Nach dem Polizeieinsatz am Gästeeingang beim Bundesligaspiel von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München am Samstagabend am 28. Februar (siehe auch: https://dortmund.polizei.nrw/presse/borussia-dortmund-gegen-den-fc-bayern-muenchen-polizei-leitet-zahlreiche-strafverfahren-ein) und nach erster Auswertung der vorhandenen Videodaten bezieht die Polizei Dortmund eindeutig Stellung zu Vorwürfen aus der Fanszene, unverhältnismäßig gehandelt zu haben.
Im Rahmen des Fußballspiels wurden - Stand jetzt - fünf Einsatzkräfte verletzt, auch weil sich Gästefans solidarisierten und Polizeibeamtinnen und -beamte angegriffen oder mit Gegenständen beworfen haben. Außerdem ist ein Ordner aufgrund eines körperlichen Angriffs verletzt worden, ebenso wie vier Unbeteiligte aufgrund des verbotenen Einsatzes von Pyrotechnik. Insgesamt fertigte die Polizei - an einem Ort, an dem es eigentlich nur um Fußball gehen soll - 30 Strafanzeigen, unter anderem wegen Beleidigung, Körperverletzung, Angriffen auf Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Urkundenfälschung.
"Die reflexhafte Schuldzuweisung an die Polizei wirkt nach Ansicht der Videodaten, die wir auch in das Strafverfahren einbringen können und werden, mehr als befremdlich", sagt der stellvertretende Polizeipräsident Achim Stankowitz: "Eines dieser Videos zeigt eindeutig ein arbeitsteiliges, geplantes Vorgehen von Störern, die das Stadion ohne Einlasskontrolle betreten und diese gewaltsam überwinden wollen. Selbstverständlich ziehen strafbare Handlungen auch Maßnahmen der Polizei nach sich. Ich möchte das an dieser Stelle so deutlich sagen: Über 80.000 Menschen schaffen es problemlos, ein Fußballspiel friedlich und gewaltfrei zu besuchen. Und der winzige Teil, der das - dank der Videodaten übrigens nachweislich - nicht schafft, übt im Anschluss laute Kritik am rechtsstaatlichen Verhalten der Polizei. Für mich zeugt das von mangelnder Selbstreflexion und ist Symptom eines fehlgeleiteten Selbstverständnisses."
Selbstverständlich ist die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Maßnahmen die oberste Maxime. Die Polizei Dortmund wird ihren Auftrag auf Gefahrenabwehr und Strafverfolgung auch weiterhin mit aller Entschiedenheit erfüllen und dabei alle rechtsstaatlichen Vorgaben beachten. "Ich erwarte auch von den beteiligten Vereinen eine deutliche Positionierung und eigenständige Maßnahmen gegen die identifizierten Straftäter", so Achim Stankowitz. Der gastgebende Verein Borussia Dortmund stellte bei der Polizei umgehend Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs.
Im Rahmen der Ermittlungen prüft die Polizei Dortmund nun auch, inwieweit es während des Spiels oder kurz nach dem Abpfiff zu weiteren strafbaren Handlungen kam, beispielsweise an einigen Einlasstoren. Hierzu bittet die Polizei Dortmund auch um Zeugenhinweise, die Hinweisgeber gerne an die Kriminalwache Dortmund unter 0231/132-7441 richten können.
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