Schockanruf: Täter erbeuten 30.000 Euro innerhalb weniger Stunden
Am Mittwochmittag (08. April) fiel eine 67-jährige Frau aus Troisdorf Telefonbetrügern zum Opfer. Durch einen sogenannten Schockanruf brachten die Täter die Seniorin dazu, einem unbekannten Mann an ihrer Haustür 30.000 Euro in bar zu übergeben.
Gegen 12:00 Uhr rief eine Frau bei der Troisdorferin an und gab sich als ihre Schwester aus. Die Anruferin behauptete, bei einem Verkehrsunfall sei eine Person verletzt worden und es werde dringend eine größere Summe Bargeld benötigt. Die Geschädigte bot ihre Hilfe an und stellte 30.000 Euro in Aussicht. Zur Abholung des Geldes nannte die Anruferin eine Person namens "Alex".
Während die 67-Jährige auf den Abholer wartete, hielt die Anruferin sie am Telefon und diktierte ihr einen langen Text, den sie aufschreiben sollte. Wie lange es dauerte, bis "Alex" - ein untersetzter, etwa 40 Jahre alter, europäisch wirkender Mann - an ihrer Tür klingelte, konnte die Geschädigte nicht sagen. Sie übergab das Geld in einem weißen Jutebeutel. Erst danach wurde ihr klar, dass sie betrogen worden war, und sie verständigte die Polizei.
Die Polizei fragt: Wer hat zwischen 12:00 und 16:00 Uhr im Bereich der Magdalenenstraße in Troisdorf verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet? Hinweise bitte an die Polizei unter 02241 541-3221.
Um 14:30 Uhr rief eine angebliche Rechtsanwältin eine 86-jährige Frau aus Troisdorf an. Auch hier berichtete die Anruferin von einem Verkehrsunfall, den eine Angehörige der Geschädigten verursacht habe. Die 86-Jährige bot daraufhin 20.000 Euro als Kaution an. Da die Seniorin schlecht sieht, ging sie mit Geld und Telefon zu einem Nachbarn, der beim Zählen helfen sollte. Als die Anruferin dies bemerkte, wurde sie ungehalten und beendete das Gespräch. Dadurch kam es zu keiner Geldübergabe.
Beide Schockanrufe wurden teilweise in russischer Sprache geführt. Die Ermittler vermuten daher, dass die Opfer gezielt aufgrund ihrer russischen Wurzeln ausgewählt wurden. Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizei warnt vor betrügerischen Schockanrufen. Täter geben sich oft als Angehörige, Polizisten oder Ärzte aus und behaupten, ein Familienmitglied habe einen schweren Unfall verursacht oder befinde sich in Lebensgefahr. Ziel ist es, die Angerufenen in Panik zu versetzen und zur Übergabe von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen.
Die Polizei rät:
- Bleiben Sie ruhig und misstrauisch, wenn jemand Sie am Telefon
unter Druck setzt.
- Beenden Sie das Gespräch umgehend - auch wenn die Geschichte
glaubwürdig klingt.
- Rufen Sie die angeblich betroffene Person oder deren Angehörige
selbst über die Ihnen bekannte Telefonnummer zurück.
- Geben Sie am Telefon keinerlei Auskunft über
Vermögensverhältnisse oder Wertgegenstände.
- Lassen Sie sich nicht zu Geldübergaben oder Herausgabe von
Schmuck überreden.
- Wenden Sie sich im Zweifel an die Polizei unter 110.
- Sprechen Sie mit älteren Familienmitgliedern über diese
Betrugsform, damit auch sie im Ernstfall richtig reagieren
können. (Bi)Rückfragen bitte an:
Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis
Pressestelle
Telefon: 02241/541-2222
E-Mail: pressestelle@polizei-rhein-sieg.de