Warnung vor der „Autobahngold“-Betrugsmasche – Polizeipräsidium Oberpfalz gibt Tipps
OBERPFALZ. In den vergangenen Tagen registrierte die Polizei in der Oberpfalz mehrere Fälle der sogenannten „Autobahngold“-Masche. Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor dieser Betrugsmasche und gibt Tipps, wie Sie sich schützen können.
Bei der „Autobahngold“-Masche sprechen unbekannte Täter Autofahrer oder andere Fahrzeugführer meist auf Parkplätzen oder an Raststätten an und geben vor, sich in einer finanziellen Notlage zu befinden. Unter dem Vorwand, dringend Geld für Benzin oder die Weiterreise zu benötigen, bieten sie vermeintlich wertvollen Schmuck oder Uhren als Pfand oder zum Tausch gegen Bargeld an. Die angebotenen Gegenstände entpuppen sich später jedoch als wertlose Imitate. Die Täter verschwinden, sobald sie Geld erhalten haben.
Im Bereich der Polizeiinspektion Vohenstrauß und der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus wurden in den vergangenen Wochen mehrere solcher Fälle aufgenommen:
Fall 1:
Mitte März meldeten zwei Lastkraftwagenfahrer, dass sie im Bereich des Grenzübergangs Waidhaus von mehreren bislang unbekannten Tätern angesprochen wurden. Diese baten die Männer um Geld für Kraftstoff, im Gegenzug erhielten sie zwei Mobiltelefone. Später stellte sich heraus, dass ein Mobiltelefon gefälscht und die Schachtel des zweiten Geräts leer war.
Fall 2:
Ein weiterer Fall ereignete sich in Tschechien. Auf einer Tankstelle wurde ein Deutscher von zwei weiblichen und zwei männlichen Personen mit südländischem Aussehen mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen angesprochen. Auch hier baten die bislang unbekannten Täter den Mann, ihren Tankvorgang zu bezahlen, und boten als Gegenleistung Goldschmuck oder ein Mobiltelefon an. Der Mann ging aber nicht auf den Betrugsversuch ein.
Fall 3:
Anfang April wurde ein 72-jähriger Deutscher Opfer dieser Betrugsmasche. Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Tschechien wurde er von einem bislang unbekannten Täter mit osteuropäischem Aussehen angesprochen. Dieser bot ihm ein Mobiltelefon, sowie Goldschmuck an. Als der Unbekannte dem Senior die Kette anlegen wollte, entwendete er zeitgleich die getragene Kette des 72-Jährigen. Bei einer körperlichen Auseinandersetzung trat der Unbekannte den Senior und flüchtete anschließend mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen. Darin saß außerdem eine weibliche Person.
Fall PI Parsberg
Ebenfalls Anfang April wurde diese Betrugsmasche auch im Dienstbereich der Polizeiinspektion Parsberg angewandt. Bei Dietfurt wurde ein 25-jähriger Autofahrer auf einer Kreisstraße von einem bislang unbekannten Autofahrer angehalten. Dieser gab an, dringend weiterfahren zu müssen, aber kein Geld zum Tanken zu haben. Er bat den 25-Jährigen um 100 Euro Bargeld, im Gegenzug würde er ihm als Pfand eine Armbanduhr und einen Ring hinterlassen. Die beiden tauschten vor Ort Telefonnummern aus und vereinbarten eine Rückzahlung des Geldes. Der Unbekannte fuhr anschließend in entgegengesetzter Richtung zur Tankstelle davon. Wie sich später herausstellte, waren die Uhr und der Ring von geringem Wert.
Präventionstipps der Polizei:
Seien Sie misstrauisch gegenüber Personen, die auf Parkplätzen, Raststätten oder am Straßenrand Geld oder Wertgegenstände anbieten.
Kaufen oder tauschen Sie keine Schmuckstücke oder Uhren von unbekannten Personen – auch dann nicht, wenn die Geschichte glaubwürdig erscheint.
Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie auf solche Personen treffen oder andere Verkehrsteilnehmer angesprochen werden.
Notieren Sie Kennzeichen, Fahrzeugtyp und Beschreibung der beteiligten Personen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Warnen Sie auch ältere Angehörige oder Bekannte, die besonders häufig Ziel solcher Betrugsversuche sind.
Die Polizei Oberpfalz appelliert: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und handeln Sie besonnen. Echtes Gold gibt es nicht „am Straßenrand“ – geben Sie Betrügern keine Chance!
Veröffentlicht am 13. April um 14:18 Uhr