229. Fernfahrerstammtisch zum Thema Schlafapnoe

Früh ins Bett gegangen und trotzdem wie gerädert? Acht Stunden geschlafen und die Augen fallen im Lkw ständig zu? Wem das bekannt vorkommt, könnte unter Schlafapnoe leiden. Schlafapnoe - Die verkannte Volkskrankheit Genau mit diesem Thema befasste sich der 229. Fernfahrerstammtisch der Polizeidirektion Lüneburg am vergangenen Mittwochabend an der Rastanlage Ostetal (Süd), direkt an der BAB 1. Als Referent konnte Bernd Schlichte, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Buchholz i.d.N. e.V., gewonnen werden. Herr Schlichte konnte aus seinem umfangreichen Erfahrungsschatz anschaulich zum Thema berichten. Zahlreiche Videos zeigten eindrucksvoll, wie unterschätzt, aber auch wie gefährlich die Schlafapnoe sein kann. Dass 24% der Männer und 9% der Frauen nach der Menopause von Schlafapnoe betroffen sind, unterstrich dies noch einmal. Was ist Schlafapnoe? Bernd Schlichte erläuterte den 25 Zuhörern, dass bei der obstruktiven Schlafapnoe der Betroffene Atempausen (Apnoe) durch den Verschluss der oberen Atemwege hat. Die Atemmuskulatur arbeitet hierbei weiter. Es entsteht ein Unterdruck in den Atemwegen, der dann zur obstruktiven Apnoe führt. Aber was genau passiert jetzt bei einer Schlafapnoe? In der Phase der Schlafvertiefung entspannt sich die Rachenmuskulatur. Hierdurch kollabieren die Atemwege mit Atempausen. Es erfolgt ein Sauerstoffabfall mit anschließender Stressreaktion. Dies führt zu einem Mikro-Erwachen, was ein explosionsartiges Luftschnappen mit lautem Schnarchgeräusch und dem Wiedereinsetzen der Atmung zur Folge hat. Anschließend erfolgt ein sofortiges Einschlafen bis wieder die Phase der Schlafvertiefung erreicht wird. Bis zu 600 solcher Weckreaktionen pro Nacht sind keine Seltenheit. Dauer der Atempausen kann bis zu zwei Minuten dauern. Folgen für Gesundheit und Fahrerlaubnis Im weiteren Verlauf ging Bernd Schlichte auf die Symptome ein. Lautes unregelmäßiges Schnarchen, nächtliche Atempausen, unerklärbare Tagesschläfrigkeit und Schlafstörungen zählen hier zu den Leitsymptomen. Eine unbehandelte Schlafapnoe führt in etwa sieben bis neun Jahren häufig zu schweren Folgeerkrankungen. Die Lebenserwartung sinkt erheblich. Nächtliche Todesfälle oder plötzlicher Herztod können eintreten. Schlichte gab zu bedenken, dass man mit der obstruktiven Schlafapnoe nur unter geeigneter Therapie und wenn keine messbare auffällige Tagesschläfrigkeit mehr vorliegt zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist. Die Schlafapnoe kann mit einem Zungenschrittmacher, einer Zahnschiene oder einem Atemtherapiegerät therapiert werden. Nächster Fernfahrerstammtisch Viele Nachfragen und Diskussionen zeigten dem Fernfahrerstammtisch-Team, dass dieses Thema unter den Teilnehmern sehr ernst genommen wurde. Der nächste Fernfahrerstammtisch findet am 06.05.2026 unter dem Motto "Ihr fragt - Wir antworten" wieder an der Rastanlage Ostetal in Fahrtrichtung Hamburg, statt. Rückfragen bitte an: Polizeidirektion Lüneburg Pressestelle Auf der Hude 2 21339 Lüneburg Telefon: 04131/607 1041 E-Mail: pressestelle@pd-lg.polizei.niedersachsen.de