ROADPOL-Speedmarathon 2026: Polizei Hessen zieht Bilanz
Im Rahmen des gestrigen Speedmarathons wurden an über 230 Messstellen in Hessen 352.004 Fahrzeuge gemessen. Im Einsatz befanden sich über 570 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen. Bei den Kontrollen stellten die Einsatzkräfte trotz der angekündigten und zuvor veröffentlichten Messstellen 10.248 Geschwindigkeitsverstöße fest. Dies entspricht einer Beanstandungsquote (Verhältnis von Fahrzeugen, die zu schnell fuhren, im Vergleich zu allen gemessenen Fahrzeugen) von rund 2,9 Prozent.
Auf 103 Fahrerinnen und Fahrer, die zu schnell unterwegs waren, kommt nun ein Fahrverbot zu. In 39 Fällen leiteten die Kontrollierenden Strafverfahren ein, es wurden zu Beweiszwecken 44 Blutentnahmen durchgeführt.
Auf ein Strafverfahren muss sich ein Raser in Wiesbaden einstellen. Der Mann war nachmittags im Bereich einer Schule in der Stegerwaldstraße mit gemessenen 70 km/h (Toleranz bereits abgezogen) in einer 30er-Zone nicht nur viel zu schnell unterwegs. An seinem Fahrzeug hingen zudem Kennzeichen eines anderen Autos. Im Laufe der Kontrolle ergaben sich ferner Hinweise darauf, dass der Fahrer unter Drogeneinfluss am Steuer saß. Fast hätte er den Anhalteposten der Polizei übersehen, der ihn aus dem Verkehr zog. Seine Fahrt war beendet. Der Mann musste mit zur Dienststelle. Nach einer Blutentnahme und Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durfte er diese wieder verlassen.
Einsatzkräfte in Frankfurt am Main stoppten einen Lamborghini. Dessen Fahrer war (bereits mit abgezogener Toleranz) auf der Hanauer Landstraße mit 88 km/h statt erlaubter 50 Stundenkilometer unterwegs. Neben zwei Punkten und 260 Euro Bußgeld muss der Mann nun auch einen Monat lang zu Fuß gehen.
In Kassel wurde ein Auto nahe einer Schule (im Bereich Unterneustadt / Leipziger Straße) geblitzt, das mehr als doppelt so schnell wie erlaubt fuhr. Statt vorgeschriebener 30 km/h fuhr die Person am Steuer selbst mit bereits abgezogener Toleranz 61 km/h, was ebenfalls Punkte, ein Bußgeld und ein Fahrverbot nach sich zieht.
In Mittelhessen ergab die Kontrolle eines Opelfahrers mehrere Strafverfahren. Bei der Überprüfung an der Bundesstraße 457 nahe Gießen stellte sich heraus, dass die am Auto angebrachten polnischen Kennzeichen von einem anderen Fahrzeug stammen. Zudem besteht der Verdacht, dass der Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Seine Fahrt war damit nicht nur beendet, gegen ihn wurde zudem ein Strafverfahren eingeleitet.
Darüber hinaus mussten auch mittelhessische Beamte einen traurigen "Spitzenreiter" feststellen: Ein Motorradfahrer raste mit 101 km/h durch eine Baustelle auf der Bundesstraße 255 nahe Herborn, obwohl dort Tempo 50 vorgeschrieben ist. Auch er wird demnächst einen Monat lang zu Fuß gehen müssen. Zudem kommen Punkte und ein Bußgeld auf ihn zu.
Auch im Rest von Hessen ahndeten die Kontrollierenden zahlreiche weitere Verstöße.
Der Gesamteinsatzleiter des Speedmarathons, Polizeioberrat Stefan Jilg vom Polizeipräsidium Mittelhessen, stellt fest: "Geschwindigkeit ist weiterhin eine Hauptunfallursache. Es ist erfreulich, dass sich der Großteil der überprüften Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gestern an die Regeln gehalten hat. Gemeinsam können wir alle für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Als Polizei danken wir ausdrücklich allen, die sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und so aktiv dazu beitragen, schwere Unfälle zu reduzieren und die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren."
Innenminister Roman Poseck äußert seinen Dank und unterstreicht die Wichtigkeit von Kontrollen: "Ich danke allen Beteiligten aus Polizei und Kommunen. Gemeinsam haben unsere Einsatzkräfte die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit und die oft schwerwiegenden Folgen von Unfällen deutlich in den Mittelpunkt gerückt. Nach den Rückmeldungen vor Ort verliefen die Gespräche überwiegend positiv; viele Bürgerinnen und Bürger zeigten Verständnis und Einsicht. Zugleich macht die Aktion deutlich, dass weiterhin Personen unterwegs sind, die rücksichtslos rasen und konsequent aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Gegen uneinsichtige Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer braucht es klare und spürbare Konsequenzen. Neben Prävention und Aufklärung werden wir deshalb auch künftig mit verstärkten Kontrollen in die Sicherheit der Menschen investieren."
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