Zwei Räder, volle Aufmerksamkeit: Polizeidirektion Göttingen zieht Bilanz nach länderübergreifendem Aktionstag „sicher.mobil.leben“
Ob mit dem Fahrrad, dem Pedelec oder Motorrad - Zweiradfahrerinnen und -fahrer sind besonderen Risiken im Straßenverkehr ausgesetzt. Nicht ohne Grund wurden sie anlässlich des bundesweiten Aktionstages "sicher.mobil.leben" am 28. April besonders in den Fokus gerückt. Unter dem Motto "Zweiräder im Blick" beteiligte sich auch die Polizeidirektion Göttingen mit ihren Dienststellen von Hoya bis Hann. Münden mit Kontrollen, aber auch viel Prävention, um auf die besondere Gefährdung dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmenden aufmerksam zu machen.
Insgesamt 101 Einsatzkräfte der Polizeidirektion Göttingen sowie 20 Kräfte anderer Akteurinnen und Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit waren für diesen Aktionstag im Einsatz. Der unmittelbare Kontakt zu den Verkehrsteilnehmenden stand dabei im Mittelpunkt. Im Rahmen gezielter Kontrollen, an Informationsständen und bei Präventionsgesprächen wurden Verkehrssituationen erläutert, Fehlverhalten aufgezeigt und konkrete Hinweise für mehr Sicherheit im Alltag gegeben.
Die Beamtinnen und Beamten sensibilisierten die Verkehrsteilnehmenden insbesondere zu typischen Gefahrenquellen wie dem Abbiegen, überhöhter und nicht angepasster Geschwindigkeit, unzureichender Sichtbarkeit sowie Ablenkung - etwa durch Smartphones oder zu laute Kopfhörer.
Bei den durchgeführten Kontrollen im Rahmen des Aktionstages wurden im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen insgesamt 832 Fahrzeuge, davon 426 Fahrräder, 231 Elektrokleinstfahrzeuge wie beispielsweise E-Scooter, 69 Kräder und 106 andere Fahrzeuge, kontrolliert. Insgesamt wurden 381 Regelverstöße festgestellt.
Verstöße bei Fahrradfahrenden
- In 79 Fällen waren die Radfahrenden auf Gehwegen, der
Fußgängerzone oder der falschen Seite unterwegs - unter allen
Verstößen ist das der Höchstwert.
- In 39 Fällen waren die Radfahrenden von einem elektronischen
Endgerät wie einem Smartphone abgelenkt.
- In vier Fällen missachteten die Fahrradfahrenden eine rote
Ampel.Verstöße mit Elektrokleinstfahrzeugen
- In 38 Fällen fuhren die kontrollierten Personen auf Gehwegen, in
der Fußgängerzone oder auf der falschen Seite.
- In 25 Fällen befanden sich auf einem Elektrokleinstfahrzeug zwei
Personen.
- In sieben Fällen wurden Verstöße gegen das
Pflichtversicherungsgesetz registriert.Verstöße im Zusammenhang mit Krädern
- Es wurden insgesamt zwei Strafanzeigen sowie neun Verstöße im
Bereich des Verwarngeldes festgestellt.Mit Blick auf die Gesamtbilanz zieht Michael Weiner, Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen, Bilanz: "Zweiradfahrende sind eine besondere Zielgruppe der allgemeinen Verkehrssicherheitsarbeit. Es geht um Prävention, es geht darum, Menschenleben zu retten und schwerste Verletzungen zu vermeiden. Das ist unser eindeutiges Ziel. Tödliche Verkehrsunfälle sind einfach unerträglich, für Angehörige, Freunde oder unsere Kolleginnen und Kollegen." Die Ergebnisse der Kontrollen zeigten auf, in welchen Bereichen auch zukünftig besonderer Handlungsbedarf für die präventive Verkehrssicherheitsarbeit bestehe. Denn eines sei klar: "Vorrangiges Ziel ist nicht die Ahndung von Regelverstößen, sondern die Erhöhung des Gefahrenbewusstseins sowie die Förderung eines rücksichtsvollen Miteinanders im Straßenverkehr. Jeder bewusste Blick und jede angepasste Fahrweise kann entscheidend sein und Leben retten. Ein wesentlicher Faktor bleibt dabei der direkte Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern."
Auch über den Aktionstag "sicher.mobil.leben" hinaus setzt sich die Polizeidirektion Göttingen durch gezielte, präventive Veranstaltungen für die Sicherheit von Zweiradfahrenden ein. Im Rahmen der Aktion "Sicherheit erfahren" bietet die Polizeiinspektion Göttingen beispielsweise eine spezielle Radtour für Seniorinnen und Senioren an. Bei mehreren Stationen entlang der Strecke werden typische Verkehrssituationen aufgegriffen, erläutert und gemeinsam besprochen.
Großen Zuspruch finden zudem die Biker-Safety-Touren, die bereits im zweiten Jahr in Folge angeboten werden und schon jetzt restlos ausgebucht sind. Dieses Angebot richtet sich gezielt an Motorradfahrende und führt über ausgewählte Strecken in Südniedersachsen. Dabei informiert die Polizei über Unfallschwerpunkte und häufige Unfallursachen und gibt gleichzeitig praxisnahe Hinweise zu Fahrtechnik, geeigneter Schutzkleidung und einer realistischen Risikoeinschätzung.
Tipps für Zweiradfahrende für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr
Folgende Tipps kann jede und jeder Zweiradfahrende beachten, um für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen und sicher an seinem Ziel anzukommen:
- "Hör auf die Straße": Die Lautstärke von Kopfhörern sollte
bewusst gewählt werden, um Geräusche im Straßenverkehr jederzeit
wahrnehmen zu können.
- "Der Schulterblick ist dein Schutzengel": Ein kurzer
Schulterblick kann in bestimmten Situationen entscheidend sein.
- "Der beste Look ist der, der dich schützt": Das Tragen eines
Helms oder die richtige Schutzkleidung kann bei einem Unfall
Leben retten oder schwere Verletzungen verhindern.
- "Abstand halten": Abstand schafft den nötigen Raum für
Reaktionen.
- "Tempo anpassen": Eine angepasste Geschwindigkeit hilft,
Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.Rückfragen bitte an:
Polizeidirektion Göttingen
Vigdis Sander
Telefon: 0551/491-1033
E-Mail: pressestelle@pd-goe.polizei.niedersachsen.de