Leonberg und Marbach am Neckar: nach Verfolgungsfahrt leisten Fahrer und Angehörige Widerstand gegen Polizeibeamte
Einsatzkräfte der Polizeireviere Leonberg und Marbach am Neckar bekamen es am Montag (18.05.2026) in den frühen Morgenstunden mit einer äußerst aggressiven Familie zu tun. Zuvor war gegen 01.00 Uhr einer zivilen Streifenwagenbesatzung in Leonberg im Kreuzungsbereich der Leonberger Straße und der Römerstraße ein Mercedes GLE aufgefallen, der mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung der Feuerbacher Straße unterwegs war. Aufgrund dessen nahmen die beiden Polizeibeamten die Verfolgung auf. Im Bereich des Ortsausganges überholte der Mercedes-Fahrer zunächst einen PKW und in einer unübersichtlichen Kurve einen LKW, bevor anschließend auf der Landesstraße 1137 in Richtung Ditzingen auf geschätzte 200 km/h beschleunigte. Die weitere Fahrt führte durch Ditzingen auf die Bundesautobahn 81 in Fahrtrichtung Heilbronn. Bei erlaubten 120 km/h bzw. 80 km/h in einem Baustellenbereich dürfte der Mercedes-Fahrer wiederum etwa 200 km/h gefahren sein. Schließlich verließ er die Autobahn im Bereich der Anschlussstelle Pleidelsheim und fuhr sogleich wieder auf die Autobahn 81 auf, nun jedoch zurück in Richtung Stuttgart. Als die verfolgenden Polizeibeamten mit Blaulicht und Martinshorn auf sich aufmerksam machten, gab der Mercedes-Fahrer Gas und beschleunigte erneut auf vermutlich über 200 km/h. Als er die Autobahn an der Anschlussstelle Ludwigsburg-Süd verließ, brachen die Beamten die Verfolgung aufgrund der risikoreichen Fahrweise ab. Knapp zwei Stunden später konnte der Mercedes schließlich vor einem Wohngebäude in Marbach am Neckar festgestellt werden. In der Folge wollten die Beamten mit dem Halter des Mercedes, bei dem es sich vermutlich um den Fahrer gehandelt haben dürfte, Kontakt aufnehmen. Dies wurde ihnen zunächst durch Familienangehörige verweigerte. Nach Einholung einer staatsanwaltschaftlichen Anordnung betraten die Einsatzkräfte die Räume, in denen sich der 24 Jahre alte Mercedes-Fahrer aufhielt. Als sie unter anderem sein Handy und seinen Führerschein beschlagnahmen wollten, widersetzten sich nicht nur der 24-Jährige selbst diesen Maßnahmen. Auch ein 32 Jahre alter und ein 67-jähriger Angehöriger griffen die Polizeibeamten an. Einem Beamten wurde ins Gesicht geschlagen und er wurde umgerissen, während ein 29-jähriger Angehöriger den Einsatz mit seinem Handy filmte. Schließlich konnten die Einsatzkräfte ihre Maßnahmen durchsetzen. Zwei Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen. Der 24 Jahre alte Mann wurde vorläufig festgenommen und anschließend in einem Polizeirevier erkennungsdienstliche behandelt, bevor er auf freien Fuß gesetzt wurde. Die Ermittlungen wegen verbotenem Kraftfahrzeugrennen und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte dauern derzeit an.
Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg, Tel. 0711 6869-0 oder E-Mail: stuttgart-vaihingen.vpi@polizei.bwl.de, bittet Verkehrsteilnehmende, die die Fahrweise des Mercedes GLE-Lenkers beobachtet haben bzw. durch sie gefährdet oder gar geschädigt wurden, sich zu melden.
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Ludwigsburg
Telefon: 07141 18-8777
E-Mail: ludwigsburg.pp@polizei.bwl.de