Sprengstoffe im Fokus – Osnabrück Polizeidirektion übernimmt zentrale Aufgabe bei EU-Projekt

Mit einer Kickoff-Veranstaltung in dieser Woche (18./19.05.) in Schwäbisch Gmünd fiel der Startschuss für die Fortsetzung eines europaweit bedeutenden Projektes zur Bekämpfung ausgewählter Kriminalitätsbereiche der organisierten Kriminalität namens "Lumen Expanded" (siehe Pressemitteilung https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110980/6278272). Unter anderem spielt dabei für die nächsten drei Jahre die Herstellung und Verwendung von Explosivstoffen als Tatmittel im Kriminalitätssektor innerhalb eines Teilprojektes eine zentrale Rolle. Federführend für diesen Part ist die Polizeidirektion Osnabrück deutschlandweit verantwortlich. Zuvor hatte die Direktion bereits drei Jahre (2023-2025) mit einem Vorgängerprojekt dazu beigetragen, das die Zahl der Geldautomatensprengungen deutlich zurückging. Bundesweit waren die erfassten Geldautomaten-Sprengungen 2024 (461 Taten) im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 269 Taten drastisch zurückgegangen. Auch für 2025 zeichnet sich erneut eine positive Entwicklung ab. Die Höhe der erlangten Beute hatte sich 2024 in Deutschland mit 13,4 Millionen Euro zudem mehr als halbiert. In der Osnabrücker Direktion gab es im letzten Jahr lediglich eine Automatensprengung in Papenburg, bei der alle Verdächtigen vor Ort festgenommen werden konnten - die Tat scheiterte. Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück, freut sich auf die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit: "Die Polizeidirektion Osnabrück konnte bereits im Vorgängerprojekt durch das Zusammenwirken im internationalen Netzwerk einen wertvollen Beitrag zum deutlichen Rückgang der Geldautomatensprengungen leisten. In dem jetzt startenden Projekt wollen wir unseren Fokus auf das Tatmittel der Explosivstoffe richten. Wir sind sehr stolz, dass wir von Osnabrück aus beim EU-Projekt "ISF Lumen Expanded" wieder mitwirken dürfen. Explosivmittel werden inzwischen nicht nur bei der Sprengung von Geldautomaten eingesetzt. Kriminelle nutzen Explosivmittel auch im Kampf gegen rivalisierende Gruppen und zur Einschüchterung. Eine Eskalation, die nicht nur in den Niederlanden und Schweden präsent ist, sondern auch nach Deutschland zu schwappen droht. Um dem entgegenzuwirken, wollen wir mit unseren internationalen Partnern illegale Handels- und Vertriebsstrukturen identifizieren und zerschlagen. Unser Ziel: Keine Explosivstoffe in Händen Krimineller! Mit der anstehenden Projektarbeit im internationalen Kontext werden wir unsere Kompetenz in der Kriminalitätsbekämpfung weiter ausbauen", ist sich Präsident de Vries sicher. ISF Lumen Expanded soll dabei keine bloße Fortsetzung sein: Die Projektbeteiligten bleiben am Puls der Zeit und haben das Portfolio nochmals erweitert. Ein neu eingerichtetes Teilprojekt befasst sich mit der Bekämpfung der so genannten Gruppenbezogenen Gewaltkriminalität - ein Phänomen, das europaweit immer stärker an Bedeutung gewinnt. Ebenfalls unter Federführung des LKA Baden-Württemberg wird ein Teilprojekt die Bekämpfung des Callcenterbetrugs weiter vorantreiben Darüber hinaus koordiniert das Landeskriminalamts Sachsen hauptverantwortlich den Themenbereich Kfz-Kriminalität. Auch von diesen Teilprojekten hofft man in der Polizeidirektion Osnabrück zu profitieren. Das EU-Projekt wird durch den Internal Security Fund der Europäischen Union mit mehreren Millionen Euro gefördert. Unter der Gesamtprojektleitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg bekämpfen die Projektbeteiligten gemeinsam die organisierte Kriminalität in den Projektschwerpunktbereichen. Dies soll durch Prävention, operative Maßnahmen und Ermittlungen, Trainings, Austausch zwischen Expertinnen und Experten, Harmonisierung von Verfahren, Verbesserung der technischen Möglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Stärkung europäischer Polizeinetzwerke erfolgen. Rückfragen bitte an: Polizeidirektion Osnabrück Marco Ellermann Telefon: 0541 - 327 1024 E-Mail: pressestelle@pd-os.polizei.niedersachsen.de