Niederbayern: Geldübergaben nach Schockanrufen – Kriminalpolizei bittet um Zeugenhinweise

DEGGENDORF / DINGOLFING, LKR. DEGGENDORF / DINGOLFING-LANDAU. Am Montag, 25.05.2026, kam es im Bereich Deggendorf und Dingolfing zu drei Fällen von Telefonbetrug, bei denen jeweils Bargeld übergeben wurde. Die Kriminalpolizeiinspektion Niederbayern hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Gegen 12:00 Uhr und 13:30 erhielten eine 77-Jährige aus und 76-Jährige dem Raum Deggendorf einen Anruf eines bislang unbekannten Mannes. Dieser gab an, eine Angehörige habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und benötige nun dringend Geld für Krankenhausbehandlungen. Durch gezielte Gesprächsführung gelang es dem Anrufer, beide Seniorinnen zur Übergabe eines mittleren fünfstelligen Eurobetrags an ihrer Wohnanschrift zu bewegen. Der Abholer entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung. Gegen 15:15 Uhr ereignete sich im Raum Dingolfing ein ähnlich gelagerter Fall. Eine bislang unbekannte Person kontaktierte telefonisch eine 81-Jährige und schilderte ebenfalls einen schweren Verkehrsunfall eines Angehörigen. In der Folge wurde die Seniorin dazu gebracht, einen niedrigen vierstelligen Eurobetrag zu übergeben. Auch hier entfernte sich der Abholer anschließend unerkannt. Die Telefongespräche wurden teils in deutscher und teils in russischer Sprache geführt, da die Angerufenen auch der russischen Sprache mächtig sind. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte es sich bei den Abholern um dieselbe Person handeln. Diese wird wie folgt beschrieben: ca. 25 bis 30 Jahre alt ca. 175 cm groß schwarze, etwas längere Haare keine Brille schwarzes T-Shirt Bauchtasche Die Kriminalpolizeiinspektion Niederbayern führt die weiteren Ermittlungen. Zeugenaufruf Wer am Montag, 25.05.2026, im Bereich der Dr.-Herbert-Quandt-Straße / Kolpingstraße in Dingolfing oder im Bereich der Ulrichsberger Straße / Schauflinger Straße / Altstraße in Deggendorf verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Deggendorf unter der Telefonnummer 0991/3896-0, die Polizeiinspektion Dingolfing unter der Telefonnummer 08731/3144-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen. Präventionshinweise der Polizei Im Zusammenhang mit sogenannten „Schockanrufen“ registriert die Polizei immer wieder Fälle, bei denen Täter gezielt Personen kontaktieren, mit welchen Gespräche in ihrer Muttersprache geführt werden können, um Vertrauen aufzubauen und die Angerufenen emotional unter Druck zu setzen. Die Täter geben sich dabei oftmals als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Krankenhausmitarbeiter aus und schildern angebliche Notlagen von Angehörigen. Die Polizei rät daher dringend: Lassen Sie sich am Telefon niemals unter Druck setzen. Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Die Polizei fordert niemals telefonisch Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände. Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort und legen Sie auf. Kontaktieren Sie Angehörige unter den Ihnen bekannten Telefonnummern und überprüfen Sie die geschilderten Angaben. Sprechen Sie insbesondere mit älteren Familienangehörigen über diese Betrugsmasche. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, wird gebeten, unverzüglich den Polizeinotruf 110 oder die nächstgelegene Polizeidienststelle zu verständigen. Medienkontakt: Polizeipräsidium Niederbayern, PKin Gibis, Tel.: 09421/ 868-1015 Veröffentlicht: 26.05.2026, 12:30 Uhr