Bad Krozingen: Über 60 Ermittlungsverfahren nach erfolgreicher Ermittlungskooperation eingeleitet
Bereits im Mai 2025 wurden im Bereich Bad Krozingen zunehmend Straftaten festgestellt, die von mehreren, bis dahin nicht näher identifizierten Jugendgruppierungen im öffentlichen Raum begangen wurden.
Durch die eingeleiteten Ermittlungen konnten die mutmaßlichen Haupttäter damals recht schnell identifiziert und erste Strafverfahren eingeleitet werden.
Trotz dieser Maßnahmen war im Dezember 2025 eine Zunahme qualifizierter Delikte aus den Gruppierungen heraus festzustellen. Darunter befanden sich auch Raubstraftaten, bei denen die Gruppengröße ausgenutzt wurde. Teilweise schienen die Opfer zufällig ausgewählt, teilweise wurden einzelne Jugendliche gezielt von Mitgliedern der Gruppierungen angegangen.
Die Gruppierungen waren überwiegend in Bad Krozingen aktiv und nutzten häufig E-Scooter zur Fortbewegung.
Es bestand der Verdacht, dass sie bestimmte Örtlichkeiten systematisch aufsuchten, um potenzielle Opfer ausfindig zu machen.
Im Rahmen einer Koordinierungsbesprechung zwischen dem örtlich zuständigen Polizeirevier Müllheim, dem Polizeiposten Ehrenkirchen, der Kriminalinspektion 2 sowie dem Stabsbereich Einsatz des Polizeipräsidiums Freiburg wurde deutlich, dass bereits von verfestigten Strukturen auszugehen war.
Daraufhin wurde in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Freiburg eine Konzeption sowie eine Ermittlungskooperation zwischen dem Polizeirevier Müllheim und der Kriminalpolizei Freiburg erstellt und ab dem 30. Januar 2026 nach dem Modell des künftigen Hauses des Jugendrechts Freiburg umgesetzt.
Die Kontrollaktionen fanden an den Wochenenden mit über zehn, teilweise knapp 20 Beamtinnen und Beamten statt, die in Zivil sowie uniformiert, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Fahrzeugstreifen unterwegs waren.
An knapp 40 Einsatztagen wurden über 500 Jugendliche kontrolliert und mit heutigem Stand über 60 Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Abschließend lässt sich feststellen, dass die Strukturen der Gruppierungen umfassend aufgeklärt werden konnten. Sämtliche Tatbeteiligte werden strafprozessual verfolgt und wurden zusätzlich mit Aufenthaltsverboten belegt.
Durch die umfangreichen Kontroll- und Präsenzmaßnahmen hat sich das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung merklich verbessert. Es wurde ein deutlicher Rückgang von Straftaten durch Jugendliche im öffentlichen Raum festgestellt.
Seitens der Gruppierungen wurden keine Straftaten gegen Unbeteiligte mehr begangen, und die Gruppengrößen der festgestellten Jugendlichen haben deutlich abgenommen.
Die erfolgreiche Umsetzung der polizeilichen Maßnahmen, die aus verschiedenen Maßnahmenpaketen bestand, hat wesentlich zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit beigetragen.
Auch weiterhin werden verstärkte Präsenzmaßnahmen in den betroffenen Bereichen aufrechterhalten, Kontrollen durchgeführt und polizeiliche sowie justizielle Maßnahmen konsequent fortgeführt.
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