Hoher Vermögensschaden durch Anlagebetrug: Polizei rät zur Vorsicht und gibt Tipps
Kassel/Nordhessen:
Aktuell bearbeiten die zuständigen Ermittler der Kripo in ganz Nordhessen mehrere Dutzend Fälle von Anlagebetrug, bei denen Opfer beim Versuch, eine Vermehrung ihrer Ersparnisse zu erzielen, Vermögensschäden erlitten. So verlor beispielsweise eine Kasseler Seniorin über mehrere Monate einen sechsstelligen Betrag an bislang unbekannte Betrüger. Auch noch höhere Geldverluste bis hin zum völligen finanziellen Ruin stellen bei Opfern in diesem Deliktsfeld leider keine Seltenheit dar, so die fachkundigen Kriminalbeamten. Neben den laufenden Ermittlungen gegen die oft professionell agierenden Täter möchte die Polizei aus diesem Anlass zur Vorsicht bei unseriösen Angeboten raten und Tipps geben, wie man sich vor einem solchen Betrug schützen kann.
Finanzberater versprechen hohe Rendite
Wie die zuständigen Ermittler berichten, war das Opfer im vorliegenden Fall im November 2025 auf ein vielversprechendes Angebot zur Geldanlage im Internet aufmerksam geworden und registrierte sich daraufhin mit persönlichen Daten auf einer entsprechenden Website. Im weiteren Verlauf versprachen ihr die Finanzberater eine hohe Rendite und machten dabei einen seriösen Eindruck, sodass die Seniorin wie empfohlen ein Tagesgeldkonto und eine Festgeldanlage eröffnete. Dorthin überwies sie im Verlauf der Monate in dem Glauben, das Geld gut und gewinnbringend angelegt zu haben, mehrere Zehntausend Euro. Als es ihr im Juni nicht gelang, Geld von dem Tagesgeldkonto abzubuchen und die Finanzberater sowie die Anlageplattform zu erreichen, erkannte sie, dass sie einem Betrug aufgesessen war und ihr ganzes Geld verloren hat, woraufhin sie nun eine Anzeige bei der Polizei erstattete.
Polizei rät zur Vorsicht und gibt Tipps
Wer auf der Suche nach lukrativen Kapitalanlagen ist, sollte bei der Aussicht auf angeblich hohe Gewinne vorsichtig sein. Insbesondere ungewöhnlich hohe Renditen mit wenig Einsatz sollten immer misstrauisch machen. Dahinter können Anlagebetrüger stecken, die mit dem Versprechen auf traumhafte Gewinne, wie hohe Zinsen, Bitcoins oder andere Kryptowährungen, an das Geld gutgläubiger Anlieger wollen. Dabei kommt ihnen die für Laien oft undurchsichtige Komplexität der angebotenen Finanzprodukte entgegen, aber auch die angesichts hoher Renditen fehlende Vorsicht potenzieller Anleger. Vielfach werden zum Beispiel unter Zuhilfenahme neuer Technologien (KI) manipulierte Bilder oder Videos mit Prominenten erstellt, um die Glaubwürdigkeit nochmals zu erhöhen. Sie sollen die Opfer glauben machen, die Prominenten hätten hohe Gewinne mit entsprechenden Investments erzielt. Die Vorgehensweisen der Betrüger entwickeln sich fortlaufend weiter, um neue Opfer zu gewinnen und Geldflüsse zu verschleiern.
Um sich vor einem Anlagebetrug zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps:
- Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern an.
Lassen Sie sich aussagekräftige Referenzen zeigen. - Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
und zum Vertragsabschluss drängen. - Geben Sie keine sensiblen Daten preis und hinterfragen Sie eine
Geldüberweisung an eine Person, die Sie nur virtuell kennen. - Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und fragen Sie bei
Unklarheiten gezielt nach. - Fragen Sie nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte
Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind beispielsweise
nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds
abgesichert - das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden
Unternehmens sind diese Gelder verloren. - Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein. - Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und
spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für
Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden
Angebote prüfen. - Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der
Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes
Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber. - Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere "Siegel") sind
vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität
des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen. - Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von
Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland, vor
allem in den bekannten Steueroasen in Übersee. - Achten Sie auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt
eine als "Limited" (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels
Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung. - Wenn Sie befürchten, Opfer geworden zu sein: Erstatten Sie
Anzeige bei der Polizei.Rückfragen bitte an:
Ulrike Schaake
Pressesprecherin
Tel. 0561-910 1020
Polizeipräsidium Nordhessen
Grüner Weg 33
34117 Kassel
Pressestelle
Telefon: +49 561 910 1020 bis 23
E-Mail: poea.ppnh@polizei.hessen.de
Außerhalb der Regelarbeitszeit
Polizeiführer vom Dienst (PvD)
Telefon: +49 561-910-0
E-Mail: ppnh@polizei.hessen.de